nach oben
Ein Jahr nach dem allerersten Auftritt: Cover up im Jahr 1997 mit Olli Nova, Oliver Güttinger, Shelly Bonet, Tobias Griebel, Holger Köhlitz, Holger Seeger, und Hans Draskowitsch (von links)  privat
Ein Jahr nach dem allerersten Auftritt: Cover up im Jahr 1997 mit Olli Nova, Oliver Güttinger, Shelly Bonet, Tobias Griebel, Holger Köhlitz, Holger Seeger, und Hans Draskowitsch (von links) privat
Kein Theaterfest der vergangenen Jahre ohne Cover up und Sänger des Stadttheaters – hier Chris Murray (rechts).
Kein Theaterfest der vergangenen Jahre ohne Cover up und Sänger des Stadttheaters – hier Chris Murray (rechts).
25.11.2016

Band Cover up: 20 Jahre und kein bisschen leise

Einen Klecks Sahne obendrauf setzen sie stets zum Abschluss ihres Open-Air-Auftritts auf dem Waisenhausplatz. Theaterfreunde wissen das: Seit Jahren spielt Cover up nach dem Spielzeitabschluss im und rund ums Pforzheimer Theater.

Und weil die Begeisterung groß und die Temperatur angenehm ist, kann die Nacht lang werden. Da droht schon mal der Einsatz von Gesetzeshütern. „Grundsätzlich eine Ballade, zurzeit am besten von Laith Al-Deen“, hält Bassist Tobias Griebel, ein Mann der ersten Stunde, daher zur Beruhigung der Gemüter für den Abschluss parat: „So richtig, um sich in den Armen zu liegen und dann glücklich nach Hause zu gehen.“ Griebel trifft bei diesen Auftritten übrigens auf einen Mitstreiter aus seinen Anfangszeiten. Vor Cover up hat Uwe Dürigen mit Griebel zusammen in der Band Tribal Moon gespielt. Einmal im Jahr gibt der Verwaltungschef des Theaters seiner künstlerischen Ausrichtung einen Schubs in die andere Richtung und greift beim Theaterfest zusammen mit der Band in die Saiten. Dass Dürigen heute nicht mehr Bandmitglied ist, erklärt sich Griebel unter anderem so: „Er hat als Theatermann am Samstagabend keine Zeit, tingeln zu gehen.“

Zeit hat in dieser Band eigentlich keiner. Hebamme, Musiker, Ingenieur, Werbe- und Baufachmann: Alle sind beruflich eingespannt – und trotzdem: Es lässt sie nicht los. Loslassen müssen eher die Partner, und die haben sich damit arrangiert. „Sie haben uns ja so kennengelernt.“ Mittlerweile bringt man auch den Nachwuchs – aktuell acht Kinder an der Zahl – schon mal mit zu einer Konzert-Stippvisite und macht zusammen Familienurlaub. Das Wir-Gefühl der Band schmiedet zusammen, ist nur möglich, weil man sich auch außerhalb der Musik versteht und alle übrigen Beteiligten sich mögen: „Wir sind gern zusammen.“

Nach dem ersten Auftritt vor fast genau 20 Jahren war sich die Band einig: „Das lassen wir bleiben.“ Der Versuch ging präzise in die Hose. Tobias Griebel erinnert sich mit Grausen an die Premiere von Cover up am 29. November 1996 im „Fifties“ auf der Wilferdinger Höhe: „Eine Katastrophe“. Die Katastrophe, bei der ein Kästchen am Ausgang für einen kargen finanziellen Obolus sorgte, ist Historie. Ein halbes Jahr hielt die Schockstarre, dann startete die Band – heute sind noch drei aus der Anfangszeit dabei – durch. Und jetzt feiert Cover up 20. Geburtstag. Die Band ist reifer geworden. Treu geblieben ist man sich dennoch – laut und mitreißend wird gecovert, was gefällt. „Wir können AC/DC, aber auch Montserrat Caballé“, sagt Griebel. Das kommt an und sorgt dafür, dass man sich in ganz Deutschland einen Namen machen konnte – Auftritte von Nord bis Süd und Engagements auf großen Kreuzfahrtschiffen bezeugen das.

Etwas Besonderes ist dennoch der Auftritt auf dem Waisenhausplatz. Da geht es nicht nur um die Cover-Songs, mittags bespricht man mit dem Musikdirektor, was für Band und Theatersänger und -sängerinnen zusammen auf dem Programm steht: Lieder aus einer aktuellen Spielzeit-Produktion. „Könnt ihr das?“, wird kurz gefragt, was die Band in aller Regel mit „Ja“ beantwortet. Was soll schon schiefgehen – es sind ja alles Profis. „Blues Brothers“ hieß das Thema in diesem Jahr – und auch das haben sie wieder bravourös gemeistert.