nach oben
H. Haenchen
H. Haenchen
07.07.2016

Bayruther Festspiele: 73-Jähriger ersetzt den 37-Jährigen

Bayreuth. So plötzlich der Junge weg war, so schnell reist der Alte an: Einen Tag, nachdem die Bayreuther Festspiele erleichtert verkündeten, dass Dirigent Hartmut Haenchen (73) einspringen wird für Andris Nelsons (37), ist der Meister schon auf dem Weg zum Grünen Hügel.

Er hat nicht viel Zeit. Gestern musste er gleich zu seiner ersten Probe für den „Parsifal“. Danach gibt es noch eine weitere, und am 25. Juli ist schon Eröffnungspremiere. Eine knappe Angelegenheit, aber für die Festspiele hat das Dirigenten-Desaster ein – vorerst – glückliches Ende genommen.

„Haenchen ist ein fabelhafter Dirigent, erste Wahl, keine Frage“, sagt ein Kenner der Wagner-Szene. Und er setzt hinterher: „Da hatten sie wieder Glück. Man wundert sich immer wieder, dass sich noch jemand darauf einlässt.“

Er sei sehr froh, Teil des Teams in Bayreuth zu werden, ließ der in Dresden geborene Haenchen hingegen sein Management mitteilten. Der „Parsifal“ bedeute ihm sehr viel und begleite ihn seit Jahren.

Er will sich einbringen– auch wenn er, wie er sagt, mit zwei verbleibenden Orchesterproben „keine Welten bewegen“ könne. Nach eigenen Angaben hat er 34 komplette Ring-Zyklen dirigiert. Im versteckten Orchestergraben von Bayreuth stand er allerdings noch nie. „Wir gehen fest davon aus, dass sich Hartmut Haenchen gut einfügen wird“, sagt der Sprecher der Festspiele, Peter Emmerich.