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Bettina Schönfelder vom Kunstverein (links) und Ute Hötzer verpacken ein Gemälde von Stephan Wolter für die Abholung.  Foto: Moritz 

Bei Loft-Versteigerung online einen unerwartet hohen Umsatz erzielt

Pforzheim. 45.276 Euro – das ist weit mehr, als die Verantwortlichen der Loft-Kunstauktion und die unterstützenden Rotary-Clubs jemals erwartet hätten. Und ein Spitzenergebnis in der Geschichte der Versteigerungen von Kunst zugunsten von Q-Print, Plan B und Kunstverein. Denn zum ersten Mal fand die Auktion coronabedingt online statt – ohne die sonst üblichen, meist sehr amüsanten Bietergefechte. „Das hat mir schon gefehlt“, sagt Ute Hötzer von Q-Print. Allerdings: „Es hat so gut geklappt, wir werden künftig auch ein größeres Augenmerk auf die Möglichkeit der Online-Gebote legen.“

Großes Interesse an Ackermann

Bis Freitag 24 Uhr konnte gesteigert werden – „und vieles hat sich dabei hochgeschaukelt“, schildert Günter Ölschläger, der die Auktion betreut. Dass es allerdings keine Last-Minute-Offerten gab, ist für ihn etwas enttäuschend, harrte er doch bis Mitternacht vor seinem Computer aus, um die Bieter noch kurzfristig informieren zu können, wenn ein anderes Höchstgebot vorliegt. Gleich mehrere Interessenten begeisterten sich beispielsweise für das Gemälde von Susanne Ackermann. Die Sparkasse Pforzheim/Calw, wollte eigentlich drei Werke in ihren Besitz bringen, war aber nur in einem Fall erfolgreich. Ein Gebot des Kulturamts war hoch genug: Die Stadt ist jetzt im Besitz eines Siebdrucks von K.H.R. Sonderborg.

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Ersteigert, bezahlt und abgeholt: Harald Stickel von Plan B (links) übergibt Florian Kollmar den Holzschnitt des in Bretten lebenden und arbeitenden Künstlers Rolf Urban. Foto: Moritz

Gerade die Künstler aus Pforzheim und der Region standen im Mittelpunkt des Interesses. So erzielte die Inkjet-Papier-Arbeit von Manfred Mohr 3820 Euro. Und Elke Warths Gemälde „My Pilla“ hätten sich gleich mehrere gerne Bieter gerne an die heimische Wand gehängt. Auch die Professoren der Hochschule für Gestaltung waren gefragt: Die Grafik von Klaus Heider und eine Arbeit von Manfred Schmalried fanden Interessenten. Einen der höchsten Preissprünge verzeichnete die Zeichnung von Abraham David Christian: Der Mindestpreis von 200 Euro wurde vervierfacht.

Am Sonntag nun also die Abholung im Reuchlinhaus: streng nach Zeitfenstern gestaffelt, mit allen Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen. Und doch mit viel Freude: Christiane Geiger, Präsidentin des Rotary-Clubs Nordschwarzwald, weiß schon genau, an welchen Wänden die Zeichnungen von Angela Amon und der Siebdruck von Ben Willikens hängen werden. Und der Holzschnitt „Film Still (Fassade)“ von Rolf Urban wird künftig das Büro von Florian Kollmar zieren.

Sandra Pfäfflin

Sandra Pfäfflin

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