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Für den Weihnachtseinsatz zugunsten „Menschen in Not“ dankte Albert Esslinger-Kiefer Theater-Intendant Thomas Münstermann (von rechts) und dem Ensemble. Foto: Ketterl
Für den Weihnachtseinsatz zugunsten „Menschen in Not“ dankte Albert Esslinger-Kiefer Theater-Intendant Thomas Münstermann (von rechts) und dem Ensemble. Foto: Ketterl
Chantelle Torres und Noah Berg als Rotkäppchen und der Wolf. Foto: Ketterl
Chantelle Torres und Noah Berg als Rotkäppchen und der Wolf. Foto: Ketterl
Oboist Nigel Treherne mit Oboen-Kollegin Katharina Nußbaumer und Pianist Carl Philipp Fromherz beim Benefizkonzert des Theaters für die PZ-Aktion „Menschen in Not“ an Heiligabend. Foto: Ketterl
Oboist Nigel Treherne mit Oboen-Kollegin Katharina Nußbaumer und Pianist Carl Philipp Fromherz beim Benefizkonzert des Theaters für die PZ-Aktion „Menschen in Not“ an Heiligabend. Foto: Ketterl
An Heiligabend nicht aus der Ruhe zu bringen ist Fredi Noël. Foto: Ketterl
An Heiligabend nicht aus der Ruhe zu bringen ist Fredi Noël. Foto: Ketterl
Franziska Tiedtke und der Kinderchor sangen das Kalenderlied. Foto: Ketterl
Franziska Tiedtke und der Kinderchor sangen das Kalenderlied. Foto: Ketterl
Chantelle Torres und Noah Berg als Rotkäppchen und der Wolf. Foto: Ketterl
Chantelle Torres und Noah Berg als Rotkäppchen und der Wolf. Foto: Ketterl
Jana Stiess und Sophie Schwemmle tanzten Pizzicato Polka. Foto: Ketterl
Jana Stiess und Sophie Schwemmle tanzten Pizzicato Polka. Foto: Ketterl
Heidemarie Brüny las im Wohnzimmer von Anja, Fredi, Helene und Kira Noël aus der Weihnachtsgeschichte. Foto: Ketterl
Heidemarie Brüny las im Wohnzimmer von Anja, Fredi, Helene und Kira Noël aus der Weihnachtsgeschichte. Foto: Ketterl
27.12.2016

Benefizkonzert im Pforzheimer Stadttheater für „Menschen in Not“ an Heiligabend

Pforzheim. Mal ganz leise und besinnlich, mal schmissig und schwungvoll. Ein Blick auf den Programmzettel offenbart die musikalische Vielfalt dieses Nachmittags: Barockes von Albinoni, Romantisches von Bruckner und Modernes von Dostal. Und er zeigt, wie abwechslungsreich die Darbietungen sind: Zuerst spannt die Badische Philharmonie bei Mozart weite Melodiebögen aus, dann wird zu Tschaikowski Ballett getanzt. Launige Sketche, kurze Geschichten und nette Gespräche. Am Nachmittag des Heiligen Abends geht es im Pforzheimer Theater Schlag auf Schlag. Beim Weihnachtskonzert geben sich Musiker, Tänzer und Schauspieler zwei Stunden lang die Klinke in die Hand. Die Zuschauer im Großen Haus lehnen sich entspannt zurück und genießen die klangliche Fülle dieses Nachmittags, der ganz im Zeichen der guten Sache steht: Der Erlös wird an die PZ-Aktion „Menschen in Not“ gespendet.

Er habe früh gemerkt, dass es in Pforzheim eine versteckte Armut gebe, beschreibt PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer seinen Antrieb im Gespräch mit Theaterintendant Thomas Münstermann. Am Anfang der Neunzigerjahre war „Menschen in Not“ eine Spendenaktion zu Weihnachten. Doch schnell wurde mehr daraus. „Armut findet eben nicht nur an Weihnachten statt“, weiß der PZ-Verleger. Zusammen mit Münstermann bedankt er sich bei allen Spendern und Unterstützern der Aktion. So werde in der Region schnelle und unbürokratische Hilfe geleistet.

Und immer wieder engagieren sich auch Prominente. Einer von ihnen ist Oberbürgermeister Gert Hager, der auch zu den Besuchern des Benefizkonzerts im Theater zählt. Die erleben ein besinnliches Programm, das musikalisch wie optisch einiges zu bieten hat. Etwa die Tänzer der Ballettschule bei ihrer ausdrucksstarken Darbietung. Als Feen im prachtvoll-glitzernden Kostüm schweben sie federleicht über die Bühne, präsentieren eine romantische Choreografie zum „Pizzicato Polka“ des Franzosen Léo Delibes, erzählen mit einigem Humor die Geschichte von Rotkäppchen und dem Wolf. Geschichten haben auch die Schauspielerinnen Katja Thiele und Heidemarie Brüny im Gepäck. Humorvoll berichten sie von einer Zeit, in der sich die Menschen noch kein Festmahl zu Weihnachten leisten konnten. Und von einer zum Schlachten bestimmten Gans, die am Heiligabend genauso viel Glück hat wie eine Putzfrau, die in einem noblen Fünf-Sterne-Hotel arbeiten muss. Anja, Fredi, Helene und Kira hören gespannt zu. Sie sind die Mitglieder der Weihnachts-Familie Noël und versammeln sich unter dem Tannenbaum, um sich in launigen Sketchen etwa über das richtige Weihnachtsessen zu unterhalten – und zu streiten. Deutlich harmonischer geht es da bei den Musikern zu, die einen weiten Bogen spannen von Mozarts Klarinettenkonzert bis zum „Little Drummer Boy“ von Katherine Davis. Bei letzterem haut Christoph Traxel, der neue Musiktheaterpädagoge, übrigens tatsächlich auf eine kleine Trommel, während die sechs Mitglieder des Kinderchors hochmotiviert den Gesangspart übernehmen. Sie stehen an diesem Abend noch öfter auf der Bühne, etwa mit Tenor Kwonsoo Jeon bei „Petit Noël“ aus dem Film „Destins“ oder mit Sopranistin Franziska Tiedtke, die das „Kalenderlied“ mit viel Hingabe stilsicher intoniert. Begleitet wird sie dabei von den Mitgliedern der von Carl Philipp Fromherz geleiteten Badischen Philharmonie, aus deren Reihen an diesem Nachmittag zahlreiche Solisten brillieren. So Nigel Treherne und Katharina Nußbaumer, die sich an der Oboe bei Albinonis Konzert C-Dur auf ein harmonisches Wechselspiel einlassen. Oder Liliana Turicianu, die zum Andante aus Mozarts 21. Klavierkonzert C-Dur (KV 467) auf ihrem Piano gekonnt Akzente setzt. Brillant auch die neue Soloklarinettistin Hwanhee Lee beim Andante aus Mozarts Klarinettenkonzert A-Dur (KV 622) und ihr Kollege Martin Nern an der Bratsche bei Max Bruchs Romanze F-Dur (op. 85). Genauso wie Bruckners Motette „Virga Jesse floruit“, die die rund 25 Sänger des Extrachors stimmgewaltig zum Vortrag bringen. Als Ersatz für die erkrankte Lilian Huynen erscheint Liedermacher Dieter Huthmacher und präsentiert Humorvolles zu Stadtkirche und Rathaus. Roland Härdtner ist für die leisen Töne zuständig, während am Ende alle Beteiligten noch einmal auf der Bühne stehen und zusammen mit dem begeisterten Publikum kräftig „Stille Nacht“ singen. Tosender Applaus.

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