nach oben
Die historische Wandbemalung, wie sie bei der Sanierung der Nordstadtschule zutage trat, wurde farblich wieder umgesetzt. Foto: Ketterl
Die historische Wandbemalung, wie sie bei der Sanierung der Nordstadtschule zutage trat, wurde farblich wieder umgesetzt. Foto: Ketterl
Das Haus Zeppelinstraße 2 (1907) wurde denkmalpflegerisch saniert. Foto: Ketterl
Das Haus Zeppelinstraße 2 (1907) wurde denkmalpflegerisch saniert. Foto: Ketterl
Das Portal Bleichstraße 94 erhielt eine historisierende Holztüre, vorher war sie aus Metall. Foto: von Zepelin
Das Portal Bleichstraße 94 erhielt eine historisierende Holztüre, vorher war sie aus Metall. Foto: von Zepelin
21.09.2017

Bericht aus der Pforzheimer Denkmalpflege 2016/2017 zeigt große Bandbreite auf

Mal sind es „nur“ eine Eingangstür, Sprossenfenster oder ein Türmchen, mal ist es aber auch eine komplette Gebäudefassade, oder es sind Grabplatten aus dem Mittelalter auf die der städtische Denkmalpfleger Christoph Timm den Blick der Mitglieder des Kulturausschusses in dessen Sitzung am Dienstagabend gerichtet hat. In seinem „Bericht zur Denkmalpflege 2016/2017“ zog Timm Bilanz über so manche Aktivität, die manchmal einen jahrelangen Vorlauf, stets aber einen überzeugungsfähigen und aufgeschlossenen Hausbesitzer bedarf.

So freute er sich besonders, dass die Nürnberger Eigentümer des Kollmar&Jourdan-Ensembles, unter anderem mit Technischem Museum und Pforzheim Galerie, „mittlerweile stolz auf dieses Gebäude sind“. Nicht nur, dass weitere Räume an die Carlo-Schmid-Schule gingen, zuletzt wurden auch Räume für Design und Architektur vermietet. Inzwischen seien auch die Fenster denkmal- und energiegerecht saniert worden. Dasselbe gelte für die Bleichstraße 94, zudem wurden das Treppenhaus und die Haustür (vorher Metall) stilgetreu wiederhergestellt. „Denkmal-Immobilien sind sehr begehrt“, merkte Timm an. Und: „Viele kleine Projekte machen die Stadt reich.“

Zwei historische Turmsanierungen wurden an der Herrenstraße in Dillweißenstein und der Schwarzwaldstraße vorgenommen. An der Burgruine Liebeneck (im Besitz des Landes) wurden das Mauerwerk vom Bewuchs befreit und Schäden behoben. Da der Zerstörungszerfall am alten Zollamt am Hauptgüterbahnhof schon weit fortgeschritten ist, konnte eine Leerstandsicherung erreicht werden. Bundesweit für Schlagzeilen hatte eine spektakuläre nächtliche Aktion gesorgt, als eine Villa an der Friedenstraße schwarz angemalt worden war. Der neue Besitzer habe das Haus jetzt „vorbildlich“ restauriert, so Timm.

Die Notwendigkeit, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen, kommt auch leerstehenden, denkmalschutzwürdigen Objekten wie denen an der Einmündung Hirsauer-/Huchenfelder Straße und Zeppelinstraße 2 zugute, die von der Stadtbau beziehungsweise privater Seite zu Schmuckstücken gestaltet worden seien. So wie das frühere Pfarrhaus an der Steinernen Brücke beim Ludwigsplatz durch auswärtige Investoren, die nach Pforzheim zogen, zu einem Vorzeigestück wurde. Insgesamt elfmal gab es Fördermittel aus dem städtischen Denkmaltopf. Außerdem stellte Timm 29 Bescheinigungen aus, die steuerliche Vorteile mit sich bringen.

Nachdem im vergangenen Jahr der vierte Abschnitt der stadtarchäologischen Grabungen auf dem Rathausparkplatz abgeschlossen wurde, der viele interessante und wertvolle Funde (vor allem Grabplatten) ergab, ist im derzeitigen fünften Abschnitt unter anderem das Pflaster der ehemaligen Reuchlinstraße gesichert worden. Die Grabplatten befinden sich mittlerweile im Wandelgang auf dem Hauptfriedhof.

Der Tag des offenen Denkmals hatte wieder ein großes Interesse bei der Bevölkerung für Besichtigungen und Führungen mit sich gebracht. Stets voll belegt sind die jährlichen Infofahrten der Denkmalpflege. Die stadtgeschichtlichen Stelen informieren Passanten über Vergangenheit und Gegenwart von Gebäuden und Plätzen. Und in der Reihe der Taschenbuchführer ist die aktuelle Broschüre dem Thema „100 Jahre Hauptfriedhof“ gewidmet.