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Auf ganz unterschiedliche Weise haben sich Ja-Young Yun, Alisa Kinberger, Carla Bombardi (von links) mit dem vorgegebenen Thema auseinandergesetzt. Fotos: Meyer
Auf ganz unterschiedliche Weise haben sich Ja-Young Yun, Alisa Kinberger, Carla Bombardi (von links) mit dem vorgegebenen Thema auseinandergesetzt. Fotos: Meyer
Mit ihren Ringen will Ida-Marie Senn die Offenheit und Verschlossenheit dem Fremden gegenüber symbolisieren.
Mit ihren Ringen will Ida-Marie Senn die Offenheit und Verschlossenheit dem Fremden gegenüber symbolisieren.
Mit Organtransplantationen hat sich Kyril Kislyakov beschäftigt.
Mit Organtransplantationen hat sich Kyril Kislyakov beschäftigt.
21.07.2017

Berufskolleg präsentiert schmucke Abschlussarbeiten

Pforzheim: Das Berufskolleg für Design, Schmuck und Gerät zeigt Abschlussausstellung mit den Arbeiten von 17 Absolventen am Freitag im Café Roland. Sie haben genau 88 Stunden Zeit, um ein Thema in Schmuck umzusetzen: „Das Eigene und das Fremde“ lautet die Vorgabe für die Abschlussarbeiten des dreijährigen Berufskollegs.

Was die 16 Schülerinnen und ein Schüler im Alter zwischen 20 und 50 Jahren in so kurzer Zeit alles dazu realisiert haben ist staunenswert – und von Freitagabend an im Café Roland zu besichtigen.

Wie verbinden sich das Eigene und das Fremde? Gleich zwei Absolventen kommt dazu das Thema Organtransplantation in den Sinn. Und während Isabel Schaf in großvolumigen Broschen darstellt, wie das fremde Organ vom eigenen Körper umschlossen wird, hat sich Kyril Kislyakov mit der Abstoßungsreaktionen der Organe beschäftigt, „da die Zellen eine unterschiedliche Oberflächenstruktur besitzen“, schildert er. Er hat eine Serie von fünf Armreifen geschaffen, die aus zwei organisch geformten Hälften bestehen mit jeweils unterschiedlichen Oberflächen: mal geschmiedet, mal geätzt, mal mit Mokume-Gane.

Mir dem Verbergen und Öffnen setzen sich Ida-Marie Senn und Carla Bombardi auseinander. Die eine, indem sie Ringe in Blütenkelch-Form aus natürlichen Materialien schafft, die Einblick in ihr Inneres gewähren. Die andere, indem sie ihr Gesicht mit Gips abformt und daraus Larven baut, die Nase und Lippenpartie verbergen. Oder indem sie die weichen Formen ihres Gesichts mit geometrischen Streben nachformt und Teile hinter Metallflächen verschwinden lässt.

Ja-Young Yun träumt in pastell. Die Süd-Koreanerin hat sich mit ihren eigenen Traumwelten und den fremden Gefühlen darin auseinandergesetzt und drei sanftfarbene Ketten mit bemalten Holzkugeln und wolkigen Formen geschaffen, in die quietschbunte, vielfarbige Fimo-Steine eingebaut sind.

Und auch ganz witzig geht es in dieser Schau zu: Zwischen die niedlichen Hasengesichter der silbernen Brosche von Ayganish Duisheeva hat sich eine Katze geschmuggelt – verborgen hinter einer Hasen-Maske.