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Beth Ditto bringt die Hamburger mit ihre Show zum Schwitzen. Foto: Heimken
Beth Ditto bringt die Hamburger mit ihre Show zum Schwitzen. Foto: Heimken
11.07.2018

Beth Ditto auf Sommertour mit Deutschland-Farben

Hamburg. Es ist der kälteste Sommer-Abend seit langem – aber das kann Beth Ditto nichts anhaben, als sie am Montagabend die Open-Air-Bühne im Hamburger Stadtpark betritt. „Ich bin sehr heiß“, sagt die US-amerikanische Sängerin auf Deutsch. Ihr rot gefärbtes Haar hat die 37-Jährige zu einer Beehive-Frisur aufgetürmt, ihren rundlichen Körper in ein knielanges Kleid gesteckt. An den Ärmeln funkelt es in den hiesigen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold.

Ditto eröffnet mit drei Stücken von ihrem Solo-Debüt „Fake Sugar“, das vor einem Jahr erschien. Aber erst mit dem Gossip-Song „Your Mangled Heart“, bei dem sie mit ihrer kraftvollen Stimme so richtig losröhrt, tanzt das Publikum mit. Im Jahr 1999 hatte sie die Punk-Riot-Band mit zwei Freunden aus ihrer Heimatstadt Searcy im US-Bundesstaat Arkansas gegründet. Sieben Jahre und drei Alben brauchte das Trio, um den Rock-Underground hinter sich zu lassen und international in den Charts mitzumischen. Ihre Karriere mit Gossip hätte noch ein paar Jahre so weitergehen können, aber nach „A Joyful Noise“ (2012) war die Luft raus, weshalb Ditto in Hamburg von vier anderen Musikern begleitet wird, darunter zwei Frauen.

Ihre geballte Frauenpower legt die Sängerin, die eigentlich Mary Beth Patterson heißt, in den Gossip-Hit „Standing In The Way Of Control“ – den schrieb sie, als sie 23 war. Die punkig angehauchte Powerpop-Hymne war seinerzeit ihre Antwort auf die Nichtanerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen in der amerikanischen Verfassung. Insgesamt sechs Titel kommen an diesem Abend von ihrem Solo-Debüt, darunter die von Bluesrock beeinflusste Single „Fire“, die mit ihrem kräftigen Stampfbeat ordentlich in die Beine geht. Auf dem Gras gesäumten Steg der Freiluftbühne nimmt Ditto zu „Heavy Cross“, das sich satte 97 Wochen in den deutschen Single-Charts hielt, ein letztes Bad in der Menge. Katja Schwemmers