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Der Stuttgarter Künstler Dieter Groß (links) erklärt eine seiner „Vera Icon“-Arbeiten mit Antlitz des leidenden Christus. Rechts Gemeindemitglied Friedrich Sernetz, der den Kontakt zu Groß hergestellt hat, in der Mitte Pastoralreferent Ullrich Glatthaar, der Führungen durch die Ausstellung anbietet. volz
Der Stuttgarter Künstler Dieter Groß (links) erklärt eine seiner „Vera Icon“-Arbeiten mit Antlitz des leidenden Christus. Rechts Gemeindemitglied Friedrich Sernetz, der den Kontakt zu Groß hergestellt hat, in der Mitte Pastoralreferent Ullrich Glatthaar, der Führungen durch die Ausstellung anbietet. volz
09.03.2018

Bilder zur Passionszeit als gemaltes Gebet in der Herz-Jesu-Kirche in Pforzheim

Kunst in der Passionszeit zeigt die Herz-Jesu-Kirche Pforzheim in Kooperation mit dem im Herbst 2017 neu gegründeten Bildungszentrum Pforzheim. In der Ausstellung „Ecce Homo – Bilder zur Passion“ des Stuttgarter Künstlers Dieter Groß sind auf der Empore ab Sonntag der großformatige Bilderzyklus „Menschen in der Passion“ und ein kleinformatiger Zyklus mit dem Titel „Vera Icon“ mit unterschiedlichsten Interpretationen des leidenden Gesichtes Jesu zu sehen.

Der 81-jährige Künstler hat sich fast 20 Jahre lang, von 1984 bis 2002, in der Nacht von Gründonnerstag auf Karfreitag in sein Atelier zurückgezogen und malte in zwölf bis dreizehn Stunden ununterbrochener Arbeit, nur gestärkt von Wasser, Tücher mit dem Antlitz Jesu. So entstanden fast 300 Arbeiten.

„Für mich war und ist es ein Nachvollzug des Leidens Jesu, ein malendes Beten“, kommentiert Dieter Groß dieses Ritual. Aus diesen meditativen, vorösterlichen Werkreihen hat der Künstler einen Zyklus zusammengestellt, der den leidenden, dornenbekrönten, ernsten, verklärten Christus in unterschiedlichsten Interpretationen zeigt: als Abbild zur Erinnerung, vor allem aber als Mensch, mit dem man auf Augenhöhe in Kontakt treten kann. Alle Bilder sind mit Acryl- oder Dispersionsfarbe, farbig oder Schwarzweiß, auf Leinwand gemalt. Das Tuch als Untergrund ist Dieter Groß wichtig, erinnert es doch an die Legende vom Tuch der Veronika.

Wuchtige Darstellungen, die, wie der Künstler erzählt, für viele Gläubige nur schwer auszuhalten sind. Auf der Empore der Herz-Jesu-Kirche haben sie einerseits etwas schonende räumliche Distanz zum Kirchenraum, andererseits wird ihre Fernwirkung besonders deutlich.

Gemeindemitglied Friedrich Sernetz stellte den Kontakt zwischen Groß, der schon 1987 in Pforzheim ausgestellt hat, und Pastoralreferent Ullrich Glatthaar her, der das Bildungszentrum Pforzheim leitet, die Ausstellung betreut und einige kostenlose Führungen anbietet.

Die Eröffnung mit anschließender Führung findet am morgigen Sonntag, 11. März, um 10.30 Uhr in Anwesenheit des Künstlers statt. Die kostenlose Ausstellung ist täglich zwischen 12 und 16 Uhr bis 28. März geöffnet. Führungen gibt es am 11., 18. und 25. März, jeweils um 12 und 14 Uhr.