PK Black Forrest Jazz Osterfeld
Freuen sich auf die Premiere des BlackForestJazz: die Veranstalter und Repräsentanten der Spielstätten Simon Berger (von links), Siegfried Kögel, Ulrich Haag, Gerhard Baral, Sandra Pfäfflin, Gerd Müller, Paul Taube, Bart Dewijze und Christine Müh gemeinsam mit Sebastian Studnitzky, Künstlerischer Leiter, am Flügel. 

Black Forest Jazz 2022: Veranstalter setzen voll auf Vielfalt

Pforzheim. Noch nicht einmal ein Jahr hat es gebraucht, bis die Idee eines Jazz-Festivals für den gesamten Nordschwarzwald nun in die Umsetzung geht. Die Region zwischen Freudenstadt und Simmersfeld bis nach Pforzheim und Maulbronn erlebt ab 22. September die Geburtsstunden des brandneuen BlackForestJazz – auch dank zahlreicher Sponsoren und Förderer.

Organisator Gerhard Baral und der aus Neuenbürg stammende Musiker Sebastian Studnitzky als Künstlerischer Leiter des Festivals setzen dabei voll auf Vielfalt. Zum einen, was die 16 Spielstätten angeht. „Da gibt es bekannte, große Hallen und ganz kleine, intime Clubs“, sagt der gebürtige Neuenbürger Studnitzky, der sich mit dem Festival in seiner alten Heimat einen langgehegten Traum erfüllt.

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Auch bei den gebuchten Künstlerinnen und Künstlern zählt Diversität: „Früher standen eingefleischte Fans auf Dixieland und Free Jazz. Dazwischen war wenig. Heute gibt es weniger Berührungsängste. Die Musik ist nicht nur von alten Männern für alte Männer“, sagt der Wahl-Berliner Studnitzky.

Mit Alma Naidu, Kid Be Kid, Johanna Summer, Sandie Wollasch und Olivia Trummer treten viele Frauen auf.

Newcomer treffen auf Größen

Die 18 Acts sind zwischen Anfang 20 und Ende 50. Newcomer treffen auf Größen, regionale auf internationale Musiker. Sie decken von minimalistischen, geradezu klassischen Klängen über luftig-leichten Vocal-Jazz bis zu orchestralen und experimentellen Sounds die ganze Bandbreite ab. Da ist der Start mit dem aus Stuttgart stammenden HipHopper Max Herre und dem Projekt Web Web, das die besten Jazzmusiker des Landes vereint: am 22. September im Kulturhaus Osterfeld. Dort tritt am 5. Oktober die skandinavische Supergroup Rymden um den Pianisten Bugge Wesseltoft auf.

„Er hat in den 90er-Jahren die Tür zur Elektronik aufgemacht“, schwärmt Studnitzky.

Sein organisatorisches Improvisationstalent war gefragt, als er Ersatz für den jüngst verstorbenen Rolf Kühn finden musste (die PZ berichtete). Am 6. Oktober gibt es nun im TurmQuartier der Sparkasse eine Hommage für den berühmten Klarinettisten, die Studnitzky und Sebastian Manz gestalten. Für den zweiten Teil des Konzerts ist es gelungen, ein in Odessa von dem Pianisten Andrii Pokaz gegründetes Trio zu engagieren. Es hat eine neue Welle des zeitgenössischen Jazz in der Ukraine angestoßen.

Die als eines der größten Gesangstalente der Republik gefeierte junge Sängerin Alma Naidu ist am 24. September im PZ-Forum zu Gast. Mit dem Bundesjazzorchester kommt die „Nationalmannschaft des Jazz“ am 29. September in die Maulbronner Stadthalle – dabei auch der aus Tiefenbronn stammende Trompeter Jakob Bänsch. Das aus der erfolgreichen Serie „Babylon Berlin“ bekannte Moka Efti Orchester mixt in der Kulturhalle Remchingen am 30. September Swing aus den 1920er-Jahren mit Techno. Tanzen ausdrücklich erwünscht, so Kulturhallenleiter Paul Taube.

Auch Künstlerinnen und Künstler mit Wurzeln in der Region sind engagiert, darunter Lukas und Max Diller, die am 1. Oktober beim „Horch!“-Konzert im Alten Schlachthof spielen, Sandie Wollasch und Matthias Hautsch mit einem Nachmittagskonzert am 2. Oktober im Kurtheater Bad Wildbad sowie das Lars Quincke Trio am selben Tag abends in der Theaterschachtel Neuhausen. Nicht zu vergessen die Afterparties mit DJs im „domicile“ (24. September) und „Schlosskeller“ (8. Oktober).

Das Programm bietet noch viel mehr. Flankierend zeigt das Pforzheimer Kommunale Kino am Donnerstag, 22. September, 21 Uhr, den Film „Brüder Kühn – Zwei Musiker spielen sich frei“, der zu einer besonderen Erinnerung an den Musiker wird. Am Mittwoch, 29. September, 20 Uhr, läuft mit „Blue Note Records – Beyond the Notes“ ein Film über das berühmte Label und seine Musiker. Auch an die Kinder ist gedacht: Im „Café Little Italy“ in Neuenbürg gibt es am 8. Oktober ab 15 Uhr „Jazz for Kids“ mit Schülerbands und einer lockeren Jam-Session mit Studnitzky an Klavier und Plattenspieler. Gejammt wird auch zum Abschluss im „Café Roland“, nach mehr als zwei Festival-Wochen am 9. Oktober.

Einige Konzerte sind bereits gut gebucht. Tickets gibt es auf www.blackforestjazz.de und im Kartenbüro der Sparkasse in Pforzheim. Der Festival-Pass für zehn Euro schließt ein T-Shirt sowie 20 Prozent Rabatt auf die Karten bei allen Veranstaltungen ein.

Michael Müller

Michael Müller

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