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Urgesteine auf der Bühne: die Summerfield Bluesband. Foto: Müller
Urgesteine auf der Bühne: die Summerfield Bluesband. Foto: Müller
12.02.2018

Blues aus dem Bauch heraus: Musikalische Reise im Nöttinger Löwensaal

Remchingen. Diese Männer sind ein echtes Phänomen. Gegründet vor etwa 45 Jahren, spielt die Summerfield Bluesband auch heute noch, nach diversen Neubesetzungen, regelmäßig Konzerte: Chicago-Blues mit großer Spiellust und -laune, rau und aus dem Bauch raus. Zusammen bringen die sieben, in der Region von Bretten über Neulingen, Remchingen bis Karlsruhe beheimateten Musiker gut 450 Jahre auf die Bühne, wie sie beim Auftritt am Samstagabend im Nöttinger Löwensaal ausrechneten. Echte Urgesteine also. Hier wirkt der Begriff wahrlich nicht überstrapaziert.

Zwei der Mitbegründer zählen noch zum festen Stamm: Wolfgang Siebler (Gitarre) und Kuno Epple (Bass). Am Samstag freuten sich viele Besucher im voll besetzen Löwenkeller besonders darüber, dass der namensgebende Les Summerfield – Kuno Epples Onkel, der eigentlich 2006 ausstieg und heute 86 Jahre alt ist –, für ein paar Songs auf die Bühne kommt: mit brüchiger, ausdrucksstarker Stimme und, besonders bejubelt, an der Mundharmonika. Ebenso gastiert der langjährige Sänger Norbert Rundstadler.

Den Großteil des etwa dreistündigen Konzerts spielt die Band aber in ihrer aktuellen Besetzung. Manfred Rochel ist ein Sänger mit eigener, authentischer Stimmfarbe. Ihm, der auch Rhythmusgitarre spielt, gelingt es, selbst so schwer erreichbaren Klassikern wie „Ain’t No Sunshine“ von Bill Withers eine eigene Note zu geben. Stark auch der „Youngster“ Frank Rabeler, versiert im Spiel mit den Blues-Harps (Mundharmonikas). Achim Classen bedient das Saxofon, Jürgen Nitsche sitzt am Schlagzeug. Wolfgang Störzer schließlich spielt nicht nur Klavier und Orgel, häufig mit schönem Hammond-Sound. Er moderiert munter scherzend durch den Abend, sagt jeden Titel einzeln an.

Viele Klassiker im Programm

Musikalisch geht’s mit etwa zwei Dutzend Songs quer durchs Genre: von „Messin‘ With The Kid“ (Junior Wells) mit funkigem Soul-Beat, bis zu knackigen Shuffles wie „I’m Ready“ (Willie Dixon) oder „Help Me“ (Ralph Bass). „Got My Mojo Working“, man kennt es von Muddy Waters, zaubert New-Orleans-Atmosphäre.

Nachdem das erste Set zu laut abgemischt war, klingt es nach der Pause runder. Und klar, nicht jeder Ton sitzt, aber darauf kommt es bei dieser, dem Publikum stets zugewandten Band auch nicht an.

Klassiker wie Bobby Troups „Route 66“, das durch Ray Charles bekannt gewordene „Lonely Avenue“, locker-flockige Nummern von J.J. Cale wechseln sich ab mit angejazzten Stücken wie „Natural Ball“ (Albert King) oder „Red Top“ (Lionel Hampton), dem Rumba „Walking To My Baby“ von den Fabulous Thunderbirds sowie „The Thrill Is Gone“ mit seinem lässigen Groove. Was in den 1970er-Jahren beim „Hardrock“ in Söllingen und bei den Wiesenfesten in Keltern begann, ist auch heute noch ein Bandprojekt, das gemeinsam großen Spaß am Blues-Feeling rüberbringt. Zur Freude des Publikums.