nach oben
Zed Mitchell (rechts) liefert sich in den Soloparts kleine Duelle mit seinem Sohn Ted.  Roller
Zed Mitchell (rechts) liefert sich in den Soloparts kleine Duelle mit seinem Sohn Ted. Roller
„Bunch-Bluesband“-Sänger Christian Fischer überzeugt mit seiner Stimme.
„Bunch-Bluesband“-Sänger Christian Fischer überzeugt mit seiner Stimme.
10.10.2016

Bluesfest in Remchingen begeistert das Publikum

Musik ist nur ein kleines Echo im Leben“, sagt Zed Mitchell ein paar Minuten vor seinem Auftritt beim Remchinger Bluesfest im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“. Lässig steht er hinter der Bühne der Remchinger Kulturhalle. Aufgeregt scheint er nicht zu sein. Muss er auch nicht. Schließlich zählt Mitchell zu den bekanntesten Gitarristen in Europa, spielte unter anderem schon für Deep Purple, Joe Cocker, Santana und den legendären B.B. King.

Seine Gitarre ist im Soundtrack von „Indiana Jones“ zu hören, und Künstler wie Eros Ramazotti oder Natalie Cole haben ihn schon für ihre Studioaufnahmen gebucht. Innerhalb der vergangenen vier Jahre hat er vier eigene CDs aufgenommen. „Jedes Jahr eine“, sagt er und grinst.

In seiner Musik besinnt sich Zed Mitchell auf das wirklich Wichtige. So hat er zum Beispiel nur fünf Gitarren auf der Bühne. „Mehr brauche ich nicht“, meint er, „ich brauche nur Liebe und Musik, aber das kann man nicht kaufen.“ Ein richtiger Künstler zu sein, könne man eben nicht lernen. Seinen Musikstil bezeichnet er selbst als „Bluesy Rock“. Blues allein, das sei ihm dann doch zu langweilig, erklärt Mitchell. „Aber beim Rock, da passiert etwas.“ Was er damit meint, bekommt das Publikum in der Remchinger Kulturhalle schnell zu spüren: Bei ihrem Auftritt vermischen Zed Mitchell und seine Band die Elemente des traditionellen Blues mit harten Gitarrenriffs und schaffen so eine ganz eigene musikalische Sprache, die in keine Schublade passen will.

Ein Virtuose am Instrument

Seine Gitarre hat er im Griff und lotet immer wieder die Grenzen seines Instruments aus. Seine erdige Stimme vermittelt Gefühle – vor allem in den Balladen, von denen er an diesem Abend leider viel zu wenige spielt. Auf dem Programm stehen fast nur Lieder aus seiner eigenen Feder. Sie tragen vielsagende Titel wie „Blue Heart“ (Blaues Herz), „Springtime in Paris“ (Frühling in Paris) oder „Tears of Blue“ (Blaue Tränen).

Neben ihm auf der Bühne steht sein Sohn Ted, der schon als Kind erste musikalische Erfolge feierte. Mit ihm wechselt er sich in den Soloparts ab. Mal hält er sich dezent im Hintergrund und lässt den Junior gewähren, mal prescht er selbst nach vorne. Die beiden sind ein eingespieltes Team, machen Scherze mit dem Publikum und fordern nicht nur zum Mitsingen auf, sondern geben gleich charmant Gesangsunterricht.

Zed Mitchell ermahnt seine Zuhörer auch schon mal zur Ruhe, beklagt sich grinsend über den Alkoholgehalt des hiesigen Bieres und verschwindet mit seiner Gitarre hinter der Bühne, um dann plötzlich im Zuschauerraum wieder aufzutauchen. Seine lässige Art kommt bei den Leuten an, die immer wieder viel Applaus spenden. Den erhält auch die „Bunch Bluesband“, die mit Michael Plener an der Gitarre, Christian Fischer an Bass und Gesang und Jörg Mattern am Schlagzeug auf der Bühne steht.

Sie eröffnen den Abend, sind weniger bekannt und haben es allein schon deshalb viel schwerer. Aber sie machen ihre Sache gut, auch wenn der Funke aufs Publikum manchmal nicht so recht überspringen will. Auch sie spielen eine moderne Form des Blues, die viel Rockiges an sich hat.

Mit seiner rauchigen Stimme schmettert Christian Fischer dem Publikum vor allem Bekanntes entgegen, während Energiebündel Plener sich an der Gitarre ebenfalls in Hochform präsentiert und ihr hervorragende Soli entlockt. Von ihren Zuhörern erhalten die drei vollkommen zu Recht immer wieder viel Applaus.