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Alligatoah
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16.12.2015

Bösartige Themen in Alligatoahs neuem Album

Hannover. Umweltverschmutzung, Rassismus und die allgemeine Verdummung der Menschheit: Auf seinem neuen Album „Musik ist keine Lösung“ zeigt Alligatoah mit dem musischen Zeigefinger auf viele Probleme.

Der 26-Jährige möchte aber nicht als verbitterter Pessimist gelten. „Ich bin nach wie vor ein lebensfroher und leichtsinniger Mensch.“ Mit dem Album sei er wieder näher an seinem künstlerischen Ursprung als Liedermacher. Deshalb wird es zu den 15 neuen Tracks ein Notenbuch zum Nachspielen geben.

Bösartige Themen, geschmückt mit fröhlichen Dur-Melodien – so beschreibt Alligatoah selbst die Kombination, die den Klang von „Musik ist keine Lösung“ ganz klar dominiert. Während der Vorgänger „Triebwerke“ mehr Rap-Anteil hatte, kommen auf Alligatoahs neuem Album seine klassischen Liedermacher-Qualitäten mit Barden-Gesang wieder mehr zum Vorschein. Die aktuellen Umstände seien natürlich in die Textzeilen eingeflossen: In „Teamgeist“ bekriegen sich dogmatische Apfel- und Birnenesser und beschimpfen einander als „Wirtschaftsfrüchtling“. In „Mama, kannst du mich abholen“ bemerkt das singende Ich, dass seine Freunde „Fanatisten“ sind und er doch keinen Gottesstaat mehr errichten will – sondern lieber nach Hause möchte. Unpolitische Texte sind auf „Musik ist keine Lösung“ in der Minderheit: „Ich bin aber kein Protestsänger im klassischen Sinne.“

Für die Fans gibt es neben dem Studio-Album und einem Notenbuch mit Lyrics auch die Live-Version „Straßenmusik ist keine Lösung“, die Alligatoah mit Straßenkünstlern aufgenommen hat. Was denn nun genau die Lösung sein könnte, wenn es weder die Straßen- noch die normale Musik ist – darüber schweigt sich Alligatoah aus. Er ist sich aber sicher: „Musik kann zur Lösung beitragen.“ Amelie Richter