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Die Seebühne in Bregenz bietet wieder den Rahmen für die Aufführung von Bizets Oper „Carmen“, die gestern Premiere hatte. Foto: Kästle
Die Seebühne in Bregenz bietet wieder den Rahmen für die Aufführung von Bizets Oper „Carmen“, die gestern Premiere hatte. Foto: Kästle
20.07.2017

Bregenzer Festspiele eröffnen mit mahnenden Worten

Bregenz. Mit mahnenden Worten zur Flüchtlingskrise sind gestern die 72. Bregenzer Festspiele eröffnet worden. Österreichs Kulturminister Thomas Drozda sprach von einer weiterhin großen Herausforderung und warb für Achtsamkeit und Augenmaß. „Die Art und Weise, wie wir mit diesen ankommenden Menschen umgehen, wie wir über sie reden, was wir schreiben und berichten, sagt gleichermaßen viel über uns aus“, meinte der SPÖ-Politiker vor 2000 Festgästen. In manchen Reden würden die universalen Menschenrechte bedroht und zugleich die Ängste verstärkt, kritisierte Drozda.

Die Festspiele griffen die Problematik unter anderem mit der Rossini-Oper „Moses in Ägypten“ oder dem Theaterstück „The Situation“ von Yael Ronen lobenswert auf.

Gestern Abend stand dann der Opernklassiker „Carmen“ auf dem Programm. Das Werk von Georges Bizet wird auf der bekannten Seebühne gezeigt, inszeniert von dem aus Dänemark stammenden Regisseur Kasper Holten.

Rund vier Wochen lang ist die Oper „um leidenschaftliche Liebe und spektakulären Stierkampf“ am österreichischen Bodenseeufer zu sehen – auf die Zuschauerränge passen pro Vorstellung 6980 Besucher.

Ein weiterer Höhepunkt des Festivals ist ab heute Abend die Oper im Festspielhaus. In diesem Jahr wird das selten gespielte Werk „Moses in Ägypten“ von Gioacchino Rossini gezeigt, die – so Thomas Drozda – vom alttestamentarischen Auszug eines ganzen Volkes handle. Die Festspiele griffen mit dem Thema Flucht und Exodus eine der großen Fragen unserer Zeit auf. „Das ist etwas, was Kunst besonders gut kann: die heißen Eisen anpacken“, betonte der österreichische Kulturminister.