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21.07.2015

Bregenzer Festspiele starten in diesem Jahr unter der neuen Intendantin Elisabeth Sobotka mit „Turandot“

Bregenz. Ein bisschen aufgeregt ist sie schon. „Ich bin im positiven Sinne gespannt und neugierig“, sagt Elisabeth Sobotka. Morgen starten die Bregenzer Festspiele am Bodensee in ihre neue Saison – die erste unter der Intendanz der 49-jährigen Österreicherin. Sobotka, die zuvor Intendantin der Oper in Graz und Operndirektorin der Staatsoper Unter den Linden Berlin war, hat sich beim Spiel auf der Seebühne für Giacomo Puccinis Oper „Turandot“ entschieden.

„Aus meiner Sicht spricht die Komposition selbst für den See“, sagt die Intendantin. „Das ist eine reiche, farbige Partitur mit großen und pompösen, aber auch sehr intimen Stellen. Diesen Reichtum an Unterschied und an verschiedenen Farben, Atmosphären und Stimmungen finde ich für die Seebühne wichtig. Und natürlich auch, dass etwas los ist, dass man etwas zeigen kann.“ Beides scheine bei Turandot ideal – auch in Kombination mit der weltberühmten Arie „Nessun dorma“ (Keiner schlafe). Im Festspielhaus wird in diesem Jahr ab dem 23. Juli zudem „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach gezeigt.

Um Turandot in Szene zu setzen, steht bereits seit einigen Wochen die Chinesische Mauer in Kleinformat am Bodensee – 27 Meter hoch, 72 Meter breit und 335 Tonnen schwer. Zudem wurden 205 Soldatenfiguren installiert, die der sagenumwobenen chinesischen Terrakotta-Armee nachempfunden sind. Mit ihren imposanten Bühnenbildern locken die Bregenzer Festspiele traditionell auch Menschen an, die sonst nicht so oft in die Oper gehen. „Dieser niederschwellige und sehr demokratische Zugang auf der Seebühne ist ganz wichtig“, sagt Sobotka. „Die Zuschauer sind neugierig auf diesen besonderen Ort und werden hoffentlich mit dem ,Opernvirus’ infiziert.“

Gerade große Festivals zielten auf ein breites Publikum ab, sagt der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin. „Das gilt vor allem dann, wenn in näherer Umgebung noch touristische Orte wie beispielsweise Bregenz liegen.“ Das bedeute jedoch nicht, dass man hinsichtlich des Programms große Zugeständnisse machen müsse. „Auch dieses Publikum ist an Auseinandersetzung mit Musik und Literatur interessiert und sucht Abwechslung im Vergleich zu dem, was man sonst im Urlaub treibt.“

www.bregenzerfestspiele.com