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Langjährige Freunde erstmals auf einer Bühne vereint: Gitarrist Matthias Hautsch, Figurenspieler Raphael Mürle und Künstler Harald Kröner (von links). 

Bühne frei fürs Kopfkino - Raphael Mürle, Harald Kröner und Matthias Hautsch starten neues Projekt

Sie kennen sich seit über 30 Jahren, haben sogar einmal gemeinsam in einer WG gewohnt – „und seither wollen wir zusammen ein Projekt auf die Beine stellen“, sagt Raphael Mürle. Doch es hat wohl das Goldstadt-Jubiläum gebraucht, um den Figurenspieler und den Künstler Harald Kröner auf eine gemeinsame Bühne zu bringen. Unterstützt von einem ebenfalls langjährigen Freund – dem Gitarristen Matthias Hautsch.

Was die drei sich ausgedacht, geprobt und realisiert haben? „Eine Augenwischerei für zwei Bilderwerfer und einen Klanggeber“ nennt das Trio Artisanale etwas kryptisch sein Projekt. Neudeutsch könnte man vielleicht Performance dazu sagen, auch wenn das die Aufführung von „Facetten“ nicht wirklich trifft. Denn hier fließen Trickfilm und Schattenspiel, Zeichnung und Objekt in die rund 40 Minuten dauernde Aufführung ein – alles verbunden durch die Kompositionen von Matthias Hautsch.

Wie muss man sich das vorstellen? Kröner und Mürle übertragen via Beamer ihr Spiel auf einer oder mehreren Glasplatten und Spiegeln auf eine große Leinwand. Neun kurze Szenen, die zum Schmunzeln und Wundern einladen. Die vor allem die Rätselfreunde unter den Zuschauern anspornen werden: Wie haben die das bloß gemacht?

Denn da kriecht in der Szene „Jump And Run“, die sich an die beliebten Video-Spiele anlehnt, eine Raupe über die Zeichnung Kröners, muss einen Ozean überqueren, um sich schließlich im Dickicht eines mysteriösen Schattenwaldes zu verirren. Oder vier Hände formen sich zu Gesichtern, die ein Lächeln geradezu herausfordern. Hautsch breitet dazu einen Klangteppich aus, der die Dramaturgie der live gespielten Szene aufnimmt und weiterführt: Das Kopfkino kann losgehen.

Und obwohl sich hier Kunst, Figurentheater und Musik durchdringen, bleibt die einzelne Handschrift der Künstler ables- und erlebbar auf dieser rasanten Phantasiereise. Das freut natürlich auch Jubiläumskoordinator Gerhard Baral: „Ein Paradebeispiel, wie sich hier verschiedene Sparten vermischen“. Wie „250 Jahre Goldstadt“ als Initialzündung wirken könne. Und wie aus langjährigen Freundschaften erstmals ein gemeinsames Projekte wird.