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Großes Aufgebot: Die Cappella Sagittariana tritt mit dem Bachorchester und Solisten in der Schloßkirche auf.  Foto: Morelli 

Cappella Sagittariana verabschiedet sich mit einem Konzert von Chorleiter Klaus Bühler

Pforzheim. Am Sonntagnachmittag erfüllt geistliche Barockmusik die Schlosskirche Sankt Michael. Nach 17 Jahren des gemeinsamen Musizierens verabschiedet sich die Cappella Sagittariana von ihrem Chorleiter Klaus Bühler.

Zusammen mit Mitgliedern des Bachorchesters, Gastsolisten und ehemaligen Chormitgliedern gestalten sie ein würdiges Abschiedskonzert. Auf den vollbesetzen Bänken im angenehm kühlen Kirchenschiff herrscht konzentrierte Stille. Ruhig hört das Publikum den bis zu fünfstimmigen Chorgesängen begleitet von Streicherklängen, Bläsereinwürfen und dem Basso Continuo zu.

Einen Höhepunkt bildet Antonio Vivaldis „Gloria D-Dur“, eine Vertonung des Hymnus „Gloria in excelsis Deo“ in zwölf Sätzen. Chor und Solisten wechseln sich bei den Lobpreisgesängen ab. Hell und klar singen Simone Unger-Krystek und Bettina Horsch das Sopran-Duett „Laudamus te“ sowie die Partie „Domine Deus“, begleitet von Ágnes Bánrévy an der Oboe. Rachel Richert übernimmt die Alt-Soli im Zusammenspiel mit dem Chor, Lilli Hahn an der Orgel und Barbara Nöldeke am Cello. Angeleitet von der ersten Violinistin Martina Bürck umrahmen die Mitglieder des Bachorchesters das Werk mit zwei weiteren Streichkonzerten von Vivaldi.

Einen weiteren Rahmen bilden zwei Kantaten des dänisch-deutschen Organisten und Komponisten Dietrich Buxtehude für Chor und Kammerorchester, dem sich Michael Wessinger am Fagott und Rosmurat Arnakuliyer an der Trompete anschließen. Beim Dialog zwischen Chor und Solisten in „Man singet mit Freuden vom Sieg“ übernehmen Chormitglieder überzeugend die männlichen Solopartien. Die Motette „Verleih uns Frieden genädiglich“ des Namenspatrons der Cappella Heinrich Schütz beziehungsweise Henricus Sagittarius bildet das letzte Stück.

„Herrn Bühler, dem Chor und der Sache zu Liebe“ spricht der ehemalige Dekan Hans Martin Schäfer dazwischen die Dankesworte, obwohl er normalerweise nicht mehr öffentlich auftritt. Er lobt den Chor, die „majestätische Bilanz“ der Konzerte, die Selbstverständlichkeit des ehrenamtlichen Engagements sowie die fröhlich entspannte Freude an der Musik. Als Mittler zwischen Partitur und Klang habe Bühler Sicherheit, Ernsthaftigkeit und einen guten menschlichen Umgang vermittelt.

Zum Abschluss wünscht sich der Dirigent eine gemeinsame Zugabe mit dem Publikum. Von der Cellistin unterstützt, bilden die Zuhörer mit dem sich ständig wiederholenden Ostinato „Soli Deo Gloria“ einen Klangteppich für den Kanon des Chors. „Das war doch wunderbar“, ist Bühler sichtlich zufrieden.