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Kim Edgar, Hendrik Morgenbrodt, Gudrun Walther und Jürgen Treyz (von links) sind Cara.  Frommer
Kim Edgar, Hendrik Morgenbrodt, Gudrun Walther und Jürgen Treyz (von links) sind Cara. Frommer
01.02.2019

Cara im Kulturhaus Osterfeld: Von mordenden Frauen und gemolkenen Kühen

Pforzheim. Irische „Jigs and Reels“ sind musikalische Dauerbrenner: Knapp 200 Zuschauer drängten sich beim Auftritt der beliebten Folkgruppe Cara im Malersaal. Und die Formation wurde den hochgesteckten Erwartungen auch beim diesjährigen Gastspiel im Kulturhaus Osterfeld voll gerecht.

Die vierköpfige Band bilden die Gründungsmitgliedern Gudrun Walther (Gesang, Fiddle und Akkordeon) und Jürgen Treyz (Rhythmus-Gitarre, Dobro und Percussion), beide leben auf den Fildern bei Stuttgart, der Tübinger Instrumentenbauer Hendrik Morgenbrodt (Uilleann Pipes und Querflöte) und die aus Edinburgh stammende Singer-Songwriterin Kim Edgar (Piano und Gesang).

Die kristallklare Stimme von Kim Edgar erhielt diesmal wesentlich breiteren Raum als bei zurückliegenden Auftritten an gleicher Stelle. Am eindrucksvollsten agierte die Band immer dann, wenn beide weiblichen Gesangsstimmen gemeinsam erklangen und ein Gegengewicht zu dem oft sehr lebhaften Fiddle- und Dudelsack-Spiel schufen. Gerade bei melodiegetragenen Slow Airs und traditionellen Balladen, beispielsweise „Pretty Girl Milking A Cow“, wurde der Gesang zum Glanzlicht. Und nein: Die Kuh war nicht zu hören. Jürgen Treyz (Komponist und Produzent von Cara) gab dem gesamten Konzert die rhythmische Struktur und nahm sein Gitarrenspiel über weite Strecken ausgesprochen mannschaftsdienlich zurück. Die entweder wehmütig klingenden oder heiter überstürzt daherkommenden Uilleann Pipes Hendrik Morgenbrodts erhielten hingegen den Freiraum eigener Solo-Nummern.

Witzige Moderation

Die Moderation des Konzerts und die Motivation des Publikums lagen bei Gudrun Walther , was sie mit dem Hinweis begründete, sie stamme aus der Pfalz und da habe man „keine Furcht vor Fremden“. Sie schneiderte außerdem die Ansagen, beispielsweise zum „Blood, Ices And Ashes“, ganz auf ihre singende Mitstreiterin Kim Edgar zu. Das sei „ein Mörderinnen-Song“, den Edgar im Sinne der Gleichberechtigung geschrieben habe. Ansonsten wären in schottischen Liedern durchwegs Männer die Übeltäter – und Frauen immer die Mordopfer.

Mit kräftigem Beifall, zwei Zugaben – „Móran Taing“ sowie „Yet We Sing“ – und mit Gudrun Walthers Dank an die Konzertbesucher klang der Abend aus.