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Im zweiten Teil des Konzerts kommt so richtig Stimmung auf: Son del Nene begeistert mit Lockerheit. Foto: Frommer
Im zweiten Teil des Konzerts kommt so richtig Stimmung auf: Son del Nene begeistert mit Lockerheit. Foto: Frommer
11.02.2019

Cha-Cha-Cha und Kuba-Sound: Son del Nene im Osterfeld

Pforzheim. Konzertpausen haftet etwas Altbackenes an. Gas-tronomen schätzen sie, viele Musiker hingegen nicht. Doch manchmal – so auch beim Gastspiel der kubanischen Band El Son del Nene im Kulturhaus Osterfeld – wirkt sich eine Unterbrechung des musikalischen Vortrags tatsächlich positiv aus.

Mit dem heiteren Song „El Piruli“ kommt das Septett um Bandleader Pedro Lugo Martinez (El Nene) verbessert aus der Pause – um es einmal fußballdeutsch auszudrücken.

Der Titel klingt etwas frischer als der ziemlich homogene Mix aus Son Cubano und Rumba des ersten Sets. Auch die Musiker – Ernesto Montalvo Reyes (Trompete), Carlos Xavier López (Gitarre), Aracy López Sanchez (Tres Cubano), Rigoberto Gonzalez Balsinde (Congas), Yoendry Ferrer (Bongos und Glocke) und Deivys Berroa (E-Bass) – wirken einen Tick spielfreudiger. Sogar Sänger El Nene blickt etwas seltener auf seine dicke Armbanduhr und gestattet seinem Trompeter ein erstes Solo. Zuvor war dies allenfalls Aracy López Sanchez und seiner gitarrenähnlichen, aber wie ein Cembalo klingenden Tres Cubano vergönnt.

Die überraschende neue Lockerheit zeigt sofort Wirkung: Zum druckvoll dargebotenen Titel „Que Tiene Maria“, dessen Refrain fast beschwörend und kraftvoll in gleichbleibend rasantem Tempo wiederholt wird, schwofen nach und nach einige Paare übers Parkett des Malersaals. „El Cha-Cha-Cha“ bringt einen Rhythmuswechsel und damit willkommene Abwechslung. Jetzt hat die Forma- tion auch Zeit, Lust und Laune für ein, zwei karibische Tanzeinlagen.

Zunächst gestalten Ferrer, Martinez, Reyes und López eine Art Macho-Line-Dance mit unterschiedlich ausgeprägtem Hüftschwung. Mit dem von Bandleader El Nene geschmetterten Guajira „Guantanamera“ geht das beworbene Konzert im 4/4-Takt auf die Zielgerade; mit viel Beifall und einer kurzen Zugabe klingt es schließlich aus.