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Mit stehenden Ovationen gefeiert: Sänger Chris Murray und Pianist Philipp Polzin in der Schlosskirche.
Mit stehenden Ovationen gefeiert: Sänger Chris Murray und Pianist Philipp Polzin in der Schlosskirche.
18.12.2015

Chris Murray erzählt von Wünschen und Träumen

Pforzheim. In den Reigen der Weihnachtskonzerte hat sich auch Chris Murray eingeklinkt. Warum? „Weil ich es mag“, sagt der Musical-Star in der halbvollen Schlosskirche und strahlt übers ganze Gesicht.

Weihnachten sei eine besondere Zeit, in der man etwas finde, was dem anderen eine Freude macht. Und so zeigt der bekannte „Dracula“-Darsteller an diesem dreistündigen Abend seine besonders gefühlvolle Seite, singt eine Ballade nach der anderen und streut auch charmante Anekdoten und Gedichte ein.

Mit dem Kölner Pianisten Phi-lipp Polzin und den Special Guests – Musical-Sänger Andrea Matthias Pagani und Gitarrist Uwe Dürigen vom Theater Pforzheim – präsentiert Murray eine Mischung aus Weihnachtsliedern, Musicalhits und stimmungsvollen Klassikern, darunter auch Songs der Weihnachts-CD „A Very Murray Christmas“ von 2011.

Viele Schmusesongs

Wenn auch die unbändige Stimmkraft, Präsenz und Ausdrucksfähigkeit des Vollblut-Musical-Sängers bei den Liedern fasziniert und überzeugt: Es sind ein paar zu viele Schmusesongs, die das Weihnachtskonzert zähfließend in die Länge ziehen. Mit Inbrunst singt Murray seinen Dracula-Song „Ich leb nur, weil es dich gibt“, der in der hallenden Kirche und durch die elektronische Verstärkung etwas in den Ohren schmerzt. Zärtlicher wirkt da die Ballade „Bring ihn heim“ aus „Les Misérables“ oder „Was habe ich getan“ aus „Vom Geist der Weihnacht“. „Wir alle können Scrooge sein, wenn wir vergessen, was wichtig ist im Leben“, kommentiert der Sänger. Einen eigenen, aktuellen Song zum Programm hat der Pianist angeregt – „Was Weihnacht wirklich ist“. Es ist weniger die Melodie, die berührt, sondern eher der tiefgründige Text, der sich auf Krieg und Gewalt bezieht und den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Eine flippige Version macht Murray aus dem abgedroschenen „Jingle Bells“-Lied, eine typisch amerikanische Mitsingpartie aus „Rudolph, the Red Nosed Reindeer“. Mit Pagani, dessen Soloauftritte am Klavier berühren, lässt er die deutsche Tradition des Vorlesens aufleben.

Uwe Dürigen spielt Hendrix

Zwei wunderbare Auftritte hat auch der Verwaltungsdirektor des Stadttheaters, Uwe Dürigen, der den Sänger bei „Angel“ von Jimi Hendrix und „I’ll be home for Christmas“ mit der E-Gitarre begleitet. Dieses Leichte und zurückhaltend Groovige passt gut in den Abend, der mit stehendem Applaus und drei Zugaben ausklingt.