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Philipp Polzin (links), Yvonne Anett und Chris Murray mit dem Stück “Iss sie doch“ – die leckeren Plätzchen, die dann auch prompt ins Publikum wanderten. Foto: Molnar
Philipp Polzin (links), Yvonne Anett und Chris Murray mit dem Stück “Iss sie doch“ – die leckeren Plätzchen, die dann auch prompt ins Publikum wanderten. Foto: Molnar
18.12.2017

Chris Murray mit viel Applaus für „Musical Christmas – Hollywood Edition“ im Theater Pforzheim

Pforzheim. Mit 27 Titeln und drei Zugaben hat er seinen Fans ein besonderes Weihnachtskonzert beschert – der Musicalsänger Chris Murray. Gut aufgelegt betritt er mit Pianist Philipp Polzin die Bühne im Podium des Theaters, blinkende Kunstbäume und Micky-Maus-Kuscheltiere sorgen hier für amerikanisches Weihnachtsflair – passend zur Show „Musical Christmas – Hollywood Edition“.

So sind neben Weihnachtsliedern auch viele Hits aus Musicals und Filmen zu hören. Jubel bricht vor allem bei den drei Stücken aus „Dracula“ aus, ist der stimmgewaltige Sänger in dieser Rolle seinem Pforzheimer Publikum doch unvergesslich geblieben. Die Goldstadt ist so auch einer seiner „Lieblingsorte“. Mit Biss und Leidenschaft singt er „Leb noch einmal“ im Duett mit Yvonne Anett, die bei der Erfolgsproduktion vor ein paar Jahren ebenfalls mitwirkte und nun als Special Guest begeistert. „Das passte nicht zu Weihnachten, aber es ist einfach geil“, sagt Murray, der auch bei der kraftvollen Ballade „Ich leb’ nur, weil es dich gibt“ für Gänsehaut sorgt – mit seinem endlosen Atem und tiefen Timbre. Eine goldene, dann rote Glitzerweste trägt der Musical-Star zu weißem Hemd und schwarzer Hose, natürlich auch seine Zehenschuhe. Mal komisch, mal nachdenklich unterhält er das Publikum, plaudert von seinen amerikanisch-deutschen Weihnachten, seinem Weihnachts-Lieblingsfilm „Der kleine Lord“, aus dem er „Adeste Fideles“ präsentiert, vor allem aber von den Kleinigkeiten, an die er sich erinnert und auf die es beim Fest ankomme.

Nach Weihnachtsliedern wie „Jingle Bells“ mit plötzlichen Pausen und jazziger Note oder „Rudolph the red nosed reindeer“ gibt es immer wieder auch Momente zum Innehalten – etwa bei der von Yvonne Anett teils a cappella gesungenen Ballade „Amazing grace“. Die Sängerin verfügt über eine kraftvolle und doch sehr schlanke, helle Stimme, die auch bei dem Mariah-Carey-Titel „All I want for Christmas is you“ die oberen Register erreicht. Chris Murray berührt als Fugger, Luther und als „Fliegender Holländer“ in der neuen Musical-Fassung von Polzin mit dem energisch dargebotenen Lied „Heut’ Nacht“.

Weniger gelingt indes der „Titanic“-Titelsong „My Heart Will Go On“, der mehr gejault und mit starken elektronischen Effekten daherkommt. Souverän ist ansonsten die Begleitung des Pianisten, ebenso dessen witzige Lesung von „Der Advent“ in seinem Heimatdialekt Kölsch. Auf dem roten Sofa lassen auch Murray und Anett die deutsche Tradition des Vorlesens aufleben – etwa mit der Reim-Geschichte vom Lametta. Bei „Feliz Navidad“ klinken sie das Publikum mit ein und lassen den Abend besinnlich mit „Stille Nacht“ ausklingen.