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Überzeugen mit Qualität und Vielfalt: Marinus Wagner (von links), Leo Meixner, Yinet Rojas und Bernhard Lackner sind CubaBoarisch 2.0.  Foto: Frommer 

CubaBoarisch 2.0: Krachlederne Karibik zündet beim Publikum im Kulturhaus Osterfeld

Pforzheim. Stehende Ovationen für ein rhythmisches Crossover-Konzert: Cha-Cha-Cha, kubanischer Son, kolumbianische Cumbia und bayrischer Ländler motivierten das etwa 100 Köpfe zählende Publikum im Kulturhaus Osterfeld zum Mittanzen. Leo Meixners Band CubaBoarisch 2.0 verstand es beim Gastspiel in Pforzheim, die, nach gängiger Lesart so unterschiedlichen Stilrichtungen zu einem zauberhaften Sound-Gebräu zu verschmelzen.

Strahlender Mittelpunkt dieser jungen sechsköpfigen Formation ist die kubanische Musikerin Yinet Rojas, die im Osterfeld sowohl mit ihrer Stimme als auch an den Saiten von Tres und Gitarre zu begeistern wusste. Leo Meixner (Akkordeon, Posaune und Gesang) hat mit Ausnahme-Trompeter Marinus Wagner, Schlagzeuger Csaba Schmitz, Bass-Mann Bernhard Lackner und Perkussionist Boris von Johnson eine zupackende Combo um die anmutige Frontfrau konstruiert, die am Samstagabend mit ansteckender Spielfreude genau dort anknüpfte, wo an gleicher Stelle und vor mehr als dreieinhalb Jahren die von seinem Vater, Hubert Meixner aus Vagen im Mangfalltal, geleitete Band, die CubaBoarischen seinerzeit nach grandiosen Erfolgen aufgehört hat. Die facettenreiche Bandbreite der 2.0-Darbietung im Kulturhaus fand in einem Repertoire Ausdruck, das Eigenkompositionen wie „Canto Afrocubávaro“ oder „Rehragout“ mit Marius Wagners überragendem Solo „La Trompeta te llama“ („Die Trompete ruft Dich“) oder dem wunderschönen Duett „La gota de rocío“ („Der Tautropfen“) umrahmte.

Die musikalische Qualität und die Vielfalt zündeten beim Pforzheimer Publikum schlagartig; schon mit dem Einmarsch der Band aus dem Foyer und dem sich dann auf der Bühne entwickelnden kubanischen Klassiker „Chan Chan“, vielen vor allem bekannt aus Wim Wenders’ filmischer Dokumentation „Buena Vista Social Club“, war im Saal beste Stimmung garantiert. Bleibt zu hoffen, dass bis zum nächsten Gastspiel von CubaBoarisch 2.0 nicht nochmals dreieinhalb Jahre vergehen.