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Die Zuhörer auf dem Markplatz lauschen abwechslungsreichen Lesungen – von Romanen über ein Sachbuch bis zur Satire reicht das Spektrum.  Ketterl
Die Zuhörer auf dem Markplatz lauschen abwechslungsreichen Lesungen – von Romanen über ein Sachbuch bis zur Satire reicht das Spektrum. Ketterl
PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer
PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer
Pfarrerin Dorothea Patberg
Pfarrerin Dorothea Patberg
Intendant Thomas Münstermann
Intendant Thomas Münstermann
Autorin Beate Rygiert  Läuter
Autorin Beate Rygiert Läuter
13.07.2015

Das Bücherfestival „StadtLesen“ kommt in Pforzheim gut an

Vielfältig war und sehr gut angenommen wurde das Programm der Veranstaltung StadtLesen, die von Donnerstag bis gestern auf dem Marktplatz stattgefunden hat. Neben der Möglichkeit, sich eins von mehr als 3000 Büchern aus einem der Regale zu nehmen und sich auf einer der Sitzgelegenheiten niederzulassen, standen immer wieder auch Lesungen auf dem Programm.

Vielfältig war und sehr gut angenommen wurde das Programm der Veranstaltung StadtLesen, die von Donnerstag bis gestern auf dem Marktplatz stattgefunden hat. Neben der Möglichkeit, sich eins von mehr als 3000 Büchern aus einem der Regale zu nehmen und sich auf einer der Sitzgelegenheiten niederzulassen, standen immer wieder auch Lesungen auf dem Programm.

Dabei war der Freitag Autoren aus der Region gewidmet, darunter der Engelsbranderin Beate Rygiert. Die ehemalige Musikdramaturgin des Theaters Pforzheim las Auszüge aus ihrem jüngsten Roman „Das Lied von der unsterblichen Liebe“, in dem sich die Schicksale des alten Seiltänzers Konstantin und der 15-jährigen Cora, die bei einem Unfall ihren Bruder verloren hat, kreuzen.

Harte Einblicke in die Realitäten auf dem afrikanischen Kontinent lieferte am Samstagmorgen der PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer. Er hatte das Buch „Afrika, der geplünderte Kontinent“ für seine Lesung ausgewählt. Nicht grundlos, war Esslinger-Kiefer doch in jungen Jahren zu Albert Schweitzer nach Lambarene (Gabun) gegangen und in den folgenden Jahren immer wieder in zahlreichen Ländern Afrikas unterwegs gewesen. Dass die insgesamt 54 Staaten des Kontinents all zu oft als ein Land betrachtet würden, sei nur ein Stereotyp, der das unscharfe Bild ausmache. Dass dieser ressourcenreiche Kontinent noch immer mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat, dafür machen mittlerweile Experten und afrikanische Intellektuelle die korrupten Eliten in Politik und Wirtschaft verantwortlich. Es sei wichtig gewesen, das hier zu lesen, so Albert Esslinger-Kiefer am Ende seiner Lesung. Er hoffe, dass das Verständnis für Afrikas vielschichtige Probleme wachse – vor allem für jene jungen Leute, die Afrika verlassen, weil sie dort keine Per-spektive für ihre Zukunft finden. Auch Pfarrerin und Stadträtin Dorothea Patberg sowie der designierte Theaterintendant Thomas Münstermann widmeten sich gesellschaftskritischen Texten.

Wobei Patberg sich zunächst einigen humorvollen Ausführungen aus Thomas Schleiffs Buch „Verse über die Ferse“ widmete.

Münstermann las aus dem Buch „Die bleichen Füchse“ von Yannick Haenel. Diese Geschichte über den Verlust des Platzes in der Gesellschaft, über Aufstände und Revolution, werde derzeit dramatisiert und komme Ende der nächsten Spielzeit im Podium auf die Bühne.