nach oben
Ein Foto als den Anfangszeiten – mit langen Haaren, Stirnband und legerem Look. Foto: Privat
Ein Foto als den Anfangszeiten – mit langen Haaren, Stirnband und legerem Look. Foto: Privat
08.11.2018

Das Duo For Two nimmt nach 25 Jahren Abschied von der Bühne

Bad Wildbad. Auf unzähligen Bühnen sind Heidi Roth und Marcus Breiteneder gemeinsam gestanden. 25 Jahre lang haben sie als For Two ihre Zuhörer nicht nur mit ihrer Musik, sondern auch mit ihrer lockeren, unkomplizierten Art begeistert.

Doch damit ist jetzt Schluss. Das beliebte Duo verabschiedet sich von der Bühne. Zwei Konzerte sind noch geplant. Dann zieht Breiteneder sich aus gesundheitlichen Gründen als Musiker aus der Öffentlichkeit zurück, zumindest im kommenden Jahr. Roth macht allein weiter, aber anders. „Ich habe schon ganz viele Ideen, aber noch nichts Spruchreifes.“

Wenn die beiden im PZ-Gespräch auf ihre gemeinsame Zeit zurückblicken, auf rund 700 Auftritte, zwei CDs und eine Kassette, auf viele Abende mit ihrem Publikum und ihren Freunden, dann klingt da ein bisschen Wehmut mit – aber auch viel Freude über die in 25 Jahren gesammelten Erinnerungen. „Wir haben Unglaubliches erlebt“, sagt Roth. „Und wir sind unglaublich tollen Leuten begegnet“, ergänzt Breiteneder. Ihrem Publikum waren die beiden immer sehr nah. Nach dem Auftritt war bei ihnen nie einfach Schluss. „Wir saßen oft noch lange mit den Zuhörern zusammen.“ So wurden aus Zuhörern über die Jahre Freunde. Viele kamen regelmäßig zu den Konzerten. „Unser Publikum ist mit uns gereift“, sagt Breiteneder mit einem Lächeln.

Wie alles vor 25 Jahren losging, daran kann er sich nur dunkel erinnern. „Heidi und ich haben in Birkenfeld in der gleichen Straße gewohnt“, erzählt er. Dass sie irgendwann zusammen Musik machten, lag an einer Geburtstagsfeier, auf der Roth auftrat. Dafür suchte sie einen Gitarristen und fragte Breiteneder. Die Chemie stimmte von Anfang an. Er spielt Akustikgitarre, sie singt. Anfangs standen noch viele Balladen auf dem Programm, aber mit der Zeit entwickelten sie sich weiter. Das Repertoire wurde immer vielfältiger und reicht mittlerweile von Hildegard Knef bis Nirvana.

In Schubladen dachten die beiden ohnehin nie. Warum auch? „Es gibt in jedem Genre Lieder, die die Menschen bewegen“, sagt Roth. In jedem Stück existiere ein roter Faden, erklärt Breiteneder. Den müsse man finden und auf Gesang und Gitarre reduzieren. Knapp 100 Titel haben sie im Repertoire, 1997 waren sie eine der ersten Bands im Raum Pforzheim mit eigener Homepage.

Nicht die einzige Anekdote. Breiteneder berichtet von einem Auftritt im Vorprogramm von Fools Garden, Roth erinnert sich an ein Open-Air-Konzert in der Maisenbacher Sägmühle, bei dem das Publikum gegenüber der Bühne auf einem Hang saß. Während des Auftritts versank die Sonne langsam hinter dem Berg. „Das war fast wie Woodstock.“ Auch im Fernsehen waren die beiden schon, bei „Kaffee oder Tee“ im SWR. Weil die Moderatorin nicht glauben konnte, dass es nur mit Gitarre und Stimme funktioniert, spielten die beiden „Smells Like Teen Spirit“: ganz spontan, ohne dass es geplant war. „Die Moderatorin und das halbe Team im Studio haben mitgesungen“, erzählt Breiteneder: „Da war echt Stimmung im Haus.“ Nach der Sendung bekamen sie den handgeschriebenen Brief eines älteren Herren, der sich im Plattenladen auf die Suche nach dem Nirvana-Titel machte. „Vom Original war er enttäuscht, er mochte unsere Version lieber“, erzählt Roth lächelnd.

Stundenlang könnten die beiden Anekdoten erzählen und hätten noch lange nicht all das geschildert, was sie in 25 Jahren als For Two gemeinsam erlebt haben. „Das war eine ganz besondere Zeit“, sind sich beide sicher.