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Das nächtliche Paris erleben Anja (Judith Caspari) und Dimitri (Milan van Waardenburg) auf spektakuläre Weise.Foto: Persson
Vereint im Glück: Dimitri und Anja haben sich gefunden. Foto: Persson
Ein Blick in die Zukunft: Großmutter Maria Fjodorowna (Daniela Ziegler) schildert ihrer Enkelin ihr Leben in rosigen Farben. Foto: Persson
16.11.2018

Das Musical „Anastasia“ feiert im Stuttgarter Palladium Theater Premiere

Stuttgart. Am Broadway feierte das Musical „Anastasia“ Erfolge: Seit Donnerstagabend ist es auch in Deutschland zu sehen. Die Geschichte um die verschwundene Tochter des letzten russischen Zaren hatte im Stuttgarter Palladium-Theater umjubelte Premiere. Hier ein paar Daten und Fakten zum Stück:

1918 werden der ehemalige Zar Nikolaus II. und seine Familie wie die übrigen Angehörigen des Hauses Romanow von den Bolschewiki ermordet. Bis zu einer DNA-Analyse im Jahr 2007 hält sich das Gerücht, dass die jüngste Zarentochter Anastasia das Massaker überlebt hat.

Bildergalerie: Das Musical "Anastasia" feiert in Stuttgart Premiere

Das Musical "Anastasia" feiert in Stuttgart Premiere

1947 zieht Anna Anderson nach Bad Liebenzell-Unterlengenhardt und behauptet, sie sei die lange verschollene Anastasia. Sie lebt in einer Militärbaracke, später in einem Wohnhaus, das noch heute im Burghaldenweg 7 steht. 1968 siedelt sie nach Charlottesville in Virginia um, wo sie 1984 stirbt. 1994 wird bekanntgegeben, dass aufgrund des DNA-Tests eindeutig festgestellt werden konnte, dass Anna Anderson-Manahan kein Nachkomme der Zarenfamilie sein kann.

1997 kommt der Zeichentrickfilm der 20th-Century-Fox-Studios „Anastasia“ heraus und wird für zwei Oscars in den Kategorien Beste Filmmusik und Bester Song nominiert. Bereits hier erklingen die berühmten Songs „Reise durch die Zeit“ und „Im Dezember vor Jahren“.

2016 feiert das Musical „Anastasia“ von Stephen Flaherty, Lynn Ahrens und Terrence McNally Premiere, das lose auf dem Zeichentrickfilm basiert. Erzählt wird mit vielen Rückblicken die Geschichte Anastasias, für deren Auffindung ihre Großmutter, die Großfürstin Maria Fjodorowna, in den 1920er-Jahren eine hohe Belohnung aussetzt. Um sich das Geld zu erschleichen, suchen die beiden Betrüger Dimitri und Wlad Popov nach einem Double der Zarentochter. Dabei treffen sie in St. Petersburg die unter Amnesie leidende Straßenkehrerin Anja, die Anastasia zum Verwechseln ähnlich sieht und auf der Suche nach ihrer Vergangenheit und ihrer Familie ist. Gemeinsam reisen sie nach Paris – verfolgt vom kommunistischen General Gleb Vaganov.

5 Hauptdarsteller stehen im Zentrum der opulenten Stuttgarter Show: Die 24-jährige Hauptdarstellerin Judith Caspari, die wie ihr Partner Milan van Waardenburg als Dimitri vor allem in den Forte-Passagen auftrumpft. Mit Daniela Ziegler gibt ein bekannter TV-Star die Zarenmutter, als quirliges Paar überzeugen Thorsten Tinney als Wlad und Jacqueline Braun als Lily.

2 Beteiligte der Produktion sind in Pforzheim bestens bekannt: Jon Geoffrey Goldsworthy, der lange am Theater Pforzheim engagiert war, und der in Maulbronn aufgewachsene Boris Ritter, der als Musikalischer Leiter mit seiner Palladium Band für satten Musicalsound, Jazz- und Charleston-Klänge, Zitate aus Tschaikowskys „Schwanensee“, folkloristische Anklängen und zarte Balladen sorgt.

96 Quadratmeter misst allein die zentrale LED-Wand, die mit ihrer hohen Auflösung das Bühnenbild zum Leben erweckt: Da gibt es eine ebenso spektakuläre Zugfahrt, wie einen Bummel durchs nächtliche Paris. Dabei wechselt das Bühnenbild in Sekundenschnelle von einer verschneiten Stadtsilhouette in einen Opernsaal, einen Nachtclub und den Romanow-Palast.

10.000 Euro kostet allein Anastasias rotes Ballkleid – als Teil ihrer Kostüme von der Straßenfegerin über ein verspieltes Charleston-Kleid bis zur Zarenrobe.