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Diana Körner und Max Volker Martens in dem spannenden Stück. Foto: Molnar
Diana Körner und Max Volker Martens in dem spannenden Stück. Foto: Molnar
24.11.2017

Das Schauspiel „Ohne Gesicht“ erschreckt und begeistert das Publikum in der Kulturhalle Remchingen

Remchingen. Was treibt einen Menschen dazu, sich als toten Bruder auszugeben? Und warum will er nach 15 Jahren wieder er selbst sein? Um die Suche nach der Wahrheit und der eigenen Identität geht es in dem Schauspiel „Ohne Gesicht“ von Irene Ibsen Bille, das in der Kulturhalle Remchingen in einer Produktion des Münchner a.gon Theaters zur Aufführung kam.

Der erfolgreiche Vincent (Max Volkert Martens) trifft sich in einer schicken Hotelsuite mit seiner Frau Louise (Diana Körner), um einen runden Geburtstag zu feiern. Bald fängt er an, in der Vergangenheit zu stochern und ein Geheimnis zu lüften. Es geht um den Autounfall vor 15 Jahren, bei dem sein Zwillingsbruder Thomas ums Leben kam. Oder doch nicht? Ist er selbst Thomas und hat die Existenz von dem verunglückten Vincent angenommen? Das behauptet der Protagonist; seine Frau, die seine Schwägerin wäre, glaubt ihm nicht, hält ihn für geisteskrank. Und doch scheint sie etwas zu ahnen, sich etwas vorzumachen.

Das Schauspiel in drei Akten kommt als großes Sprechtheater auf die Bühne (Inszenierung: Stefan Zimmermann). Die Spannung baut sich durch den Inhalt des Dialogs auf. Schön dabei die Zuspitzung beim Essen im zweiten Akt, bei dem Vincent im blutverschmierten Anzug von damals auftaucht und das Beziehungsdrama nicht immer ganz logische Züge annimmt. Martens spielt einen verzweifelten, zynischen und leicht wirren Vincent, der seine Geschichte glaubhaft verkauft. Diana Körner gibt die elegante Gattin, die versucht, ihr erlogenes Glück aufrechtzuerhalten. Wie das ausgeht? Mit einem lauten Schuss, der die Zuschauer erschreckt. Zu Recht viel Beifall.