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Peter Opperman und Christine Müh sind froh, dass das Hamlet-Thema am Theater wie im Kino reflektiert werden wird.
Peter Opperman und Christine Müh sind froh, dass das Hamlet-Thema am Theater wie im Kino reflektiert werden wird. © Seibel
10.12.2015

Das Theater Pforzheim kooperiert mit dem Kommunalen Kino

Pforzheim. Hier kommt zusammen, was zusammengehört. Denn mit der neuen Kooperation von Theater Pforzheim und dem Kommunalen Kino (KoKi) treten laut den Initiatoren Peter Oppermann – dem Chefdramaturgen des Theaters – und Christine Müh – der KoKi-Geschäftsführerin – zwei Künste in eine lohnende Wechselwirkung.

„Kino und Theater haben sich schon immer gegenseitig befruchtet“, sagt Müh. Wie das konkret aussehen soll, können die Zuschauer ab Sonntag, 20. Dezember, in der neuen Reihe „Kino Treff Theater“ sehen. Oppermann und Müh haben den Spielplan des Theaters durchforstet – und zu den Stücken jeweils passende Filme gesucht. Künftig wird es im KoKi einmal im Monat – jeweils am dritten Sonntag, um 19. Uhr – eine Filmvorführung mit anschließender Diskussion geben. Die Filme greifen dabei die Thematik der Theateraufführung auf, erweitern oder variieren sie. Die konkreten Ansätze sind verschieden – eines aber ist bei jeder Paarung gleich. Die beiden Kunstformen stehen so beieinander, dass sich Gesprächsbedarf entwickelt – der in der folgenden Diskussion befriedigt werden soll. Den Anfang macht im Dezember die Nazi-Satire „Er ist wieder da“. Ähnlich wie im entsprechenden Theaterstück „Sein oder Nichtsein“ behandelt auch der Film das Dritte Reich – in einer Art, die vom schwarzen Humor geprägt ist. Das findet nicht jeder angemessen.

„Wir haben bemerkt, dass diese Herangehensweise erklärungsbedürftig ist“, sagt Oppermann. „Deswegen wollen wir mit den Zuschauern darüber diskutieren.“ Und so soll es auch in den darauffolgenden Monaten passieren, wenn – im Januar – der Fernsehfilm „Meister des Todes“ über einen deutschen Waffenfabrikanten in Wechselwirkung mit dem Theaterstück „Mutter Courage“ tritt oder wenn im Februar die Aufführung von „Hamlet“ mit der finnischen Adaption „Hamlet goes Business“ in Zusammenhang gebracht wird.

Der Kinosaal als Theaterbühne

Vor jeder der Filmvorführungen werden Müh und Oppermann in die Thematik einführen, auch die beteiligten Schauspieler, Tänzer oder Sänger direkt zu Wort kommen lassen – „vielleicht auch kleinere Szenen direkt vorspielen“, sagt Oppermann. So sollen die beiden Kunstformen in Verbindung miteinander treten – und auch die Stammzuschauer sich mehr vermischen. Dazu gibt es auch einen finanziellen Anreiz. „Mit der Kinokarte gibt es für die korrespondierende Aufführung einen Rabatt am Theater – und umgekehrt“, sagt Müh und freut zusammen mit Oppermann darauf, mit dem neuen Format einen Beitrag zur Vernetzung der Kunstformen zu leisten – damit zusammenkommt, was zusammengehört. Simon Püschel