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Ohne Freiwillige geht es nicht. Das weiß auch Peter Foemer, der beim Umbau des Kappelhofs mithilft.
Ohne Freiwillige geht es nicht. Das weiß auch Peter Foemer, der beim Umbau des Kappelhofs mithilft.
Der Leiter des Umbaus Jeff Klotz (rechts) erläutert den Pforzheimer Stadträten (von links) Brigitte Römer (FDP), Bernd Zily (UB) und Jens Kück (SPD) mit Gattin Geerten Kück (Zweite von links) das neue Museumskonzept im Kappelhof. Fotos: Seibel
Der Leiter des Umbaus Jeff Klotz (rechts) erläutert den Pforzheimer Stadträten (von links) Brigitte Römer (FDP), Bernd Zily (UB) und Jens Kück (SPD) mit Gattin Geerten Kück (Zweite von links) das neue Museumskonzept im Kappelhof. Fotos: Seibel
Besonders der Viergötterstein hat es Jeff Klotz (links) angetan. Jens Kück (Mitte) und Bernd Zilly lauschen gespannt.
Besonders der Viergötterstein hat es Jeff Klotz (links) angetan. Jens Kück (Mitte) und Bernd Zilly lauschen gespannt.
04.09.2015

Das römische Museum „Kappelhof“ bekommt den letzten Feinschliff

Pforzheim. Hier ist er; der Ursprung des römischen Pforzheims. Mauerreste, Statuen, Grabsteine. Sie alle zeugen unter der Erde, am archäologischen Schauplatz Kapellhof, von der eindrucksvollen Geschichte der Stadt, die in der Antike Portus hieß – und die jetzt Pforzheim ist. Nur so richtig lebendig werden diese Steine erst durch eines: durch das Wissen, was sie sind. Sonst bleiben sie tot, und sagen nichts aus – trotz der Würde, die sie ausstrahlen. Denn um zu verstehen, was diese Steine erzählen, was es bedeutet, Römersiedlung zu sein, braucht es die richtige Einordnung. Und genau die soll hier jetzt mehr im Mittelpunkt stehen.

Denn ab kommendem Sonntag, 13. September, dem Tag des offenen Denkmals, präsentiert sich das Museum in der Altstäderstraße in neuem Gewand. Dann soll nicht mehr passieren, was früher so oft passiert Ist. „Die Besucher sind durch den historischen Rundgang mehr durchgerast. Einfach weil er im Dunklen lag und die leuchtenden Ausgrabungen im hinteren Teil mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben“, sagt Jeff Klotz vom Remchinger Römermuseum. Er hat den Umbau konzipiert und geleitet, der mit Gesamtkosten von nur rund 10 000 Euro vergleichswiese kostengünstig gelungen ist. Möglich ist das durch das ehrenamtliche Engagement einzelner, die seit Wochen im stets kühlen Untergeschoss schleppen, streichen und mithelfen. Sie freuen sich darauf, die Früchte ihrer Arbeit bald zeigen zu können und damit auch die ein oder andere Frage beantworten zu können.

Denn schon am Beginn der Ausstellung steht die eine Frage: Wie kann denn hier, rund einen Kilometer vom jetzigen Zentrum der Stadt entfernt, der Mittelpunkt des historischen Pforzheims liegen – der Name „Altstädterkirche“ und die historischen Mauern zeigen es eindeutig an. Die Antwort: das römische Pforzheim war eben eine ganz andere Siedlung als das heutige. Eine Siedlung, bei der nicht nur die Lage, sondern auch der Kontext ein ganz anderer war – diesen zu zeigen, und damit den alten Steinen Leben einzuhauchen – versucht die Ausstellung.

Sie versucht zu erklären, warum sich gerade hier im ersten Jahrhundert nach Christus, beim Flussübergang über die Enz, ein bedeutender Siedlungspunkt befindet, in dessen Mauern sich Handwerk und Handel, kurz städtische Lebensart, so festigen, dass sie blühen. Wie sonst könnten hier Steinarbeiten wie der Viergötterstein entstehen, der ein zentraler Punkt der neuen Ausstellung sein wird. Keine tumbe Hand hat hier Dellen in Stein geschlagen. Nein, das Werk zeigt Bildhauerkunst auf höchstem Niveau. Und die ist nicht importiert, sondern wird in der Stadt selbst gepflegt. Davon ist zumindest Klotz überzeugt. Es muss also ein Einwohner von Portus gewesen sein, der so elegant mit Stein umzugehen wusste – ein echter Pforzheimer – nur aus einer anderen Zeit. Aber auch diese ferne Zeit besteht nicht voraussetzungslose.

Schon vor den Römern besiedeln andere Gruppen das Enztal. Auch ihre Geschichte erzählt die neue Ausstellung – und auch das, was folgt, lässt sie nicht aus. Denn in der zweiten Hälfte hört sie schlagartig auf, die römische Besiedlung in Pforzheim und der Region. Warum, das ist nicht so ganz geklärt. Dass sie aber Spuren hinterlassen haben, die Römer, das merkt man hier unten ganz hautnah – in den kalten Steinen, die durch die Ausstellung erst wirklich zum Leben erwachen.