nach oben
So richtig wohl ist Pedro Almodóvar in Cannes nicht. Denn alle Journalisten wollen wissen, was der Regisseur mit den „Panama Papers“ zu tun hat, auf denen er auftaucht.  Langsdon
So richtig wohl ist Pedro Almodóvar in Cannes nicht. Denn alle Journalisten wollen wissen, was der Regisseur mit den „Panama Papers“ zu tun hat, auf denen er auftaucht. Langsdon
18.05.2016

Der Fluch der „Panama Papers“ – Almodóvar muss sich stellen

Cannes. Manchmal kann die Aufmerksamkeit bei einem Filmfestival auch eine Plage sein. Eigentlich war der Spanier Pedro Almodóvar nach den Enthüllungen der „Panama Papers“ abgetaucht. Nun aber feierte sein Werk „Julieta“ Premiere bei den Festspielen in Cannes – da musste er sich den Fragen der Journalisten stellen.

Bei der Pressekonferenz wirkte Almodóvar nervös, als die Frage nach den „Panama Papers“ kam. „Die spanischen Medien erzählen es so, als wären wir die Hauptfiguren – das ist aber unfair“, sagte der 66-Jährige, der mit seinem Bruder Agustín auf den Listen der „Panama Papers“ steht. „Wenn das ein Film wäre, wären wir nicht einmal Statisten, wir würden wahrscheinlich nicht einmal erwähnt werden.“

Die negative Presse führte wohl dazu, dass „Julieta“ in den spanischen Kinos schlecht anlief – allerdings gehört es auch nicht zu Almodóvars stärksten Werken: Julietas Tochter Antía ist vor Jahren verschwunden, seitdem hat Julieta nichts von ihr gehört. Wie schon in seinen früheren Werken, fokussiert Almodóvar („Alles über meine Mutter“) dabei auf eine Frau in der Krise und erzählt gleichzeitig von Trauer und Abschied.

Auch der Franzose Olivier Assayas stellt in der deutsch-französischen Koproduktion „Personal Shopper“ eine Frau in den Mittelpunkt: Maureen (Kristen Stewart) ist die persönliche Einkäuferin der Prominenten Kyra. Außerdem will Maureen Kontakt aufnehmen zu dem Geist ihres gestorbenen Zwillingsbruders.

Im Film selbst bleibt die Hauptdarstellerin Stewart blass und irrt ziellos durch die Geschehnisse. Ihr Schicksal bleibt einem dabei ziemlich egal. Überhaupt gelingt es Assayas nicht, seine Erzählstränge zusammenzuführen. Stattdessen schlingert sein Werk zwischen Geistergeschichte und Übersinnlichkeitsdrama hin und her – nach einer ersten Vorführung von „Personal Shopper“ in Cannes schallten dann auch Buh-Rufe durch den Kinosaal.