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Wöhler
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Grebe
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Badesalz
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29.03.2017

Der Fluch der Vielfalt – Osterfeld präsentiert Programm

Pforzheim. Wie viele Erlebnisse passen auf 46 Seiten? Wenn man das neue Programmheft des Kulturhauses Osterfeld zum Maßstab nimmt, eine ganze Menge.

Dreimal im Jahr präsentiert das soziokulturelle Zentrum das, was kommen wird. Kabarettisten, Musiker und Künstler wird es wieder nach Pforzheim verschlagen. Viele sind Wiederholungstäter, manche wert, neu entdeckt zu werden. Wie soll man da den Überblick behalten? Es gibt die Traditionen, die das Jahr des Osterfelds gliedern: Den Kunsthandwerkermarkt der KIP (Kunstinitiative Pforzheim) zum Beispiel, der in diesem Jahr am Wochenende des 8. und 9. April stattfindet; das Sommersprossen-Festival vom 14. bis 16. Juli (die PZ berichtete) und das Open-Air-Kino im gesamten August und September. Aber zwischen diesen Ankern herrscht Vielfalt. Da hilft nur die radikale Konzentration – mit drei Tipps zur neuen Saison.

Am Freitag, 28. April, ist ab 20 Uhr ein Musiker zu erleben, dessen Namen für Schulterzucken sorgt: Gustav Peter Wöhler? Noch nie gehört. Das wohl nicht – aber gesehen ganz sicher. Denn Wöhler ist eigentlich Schauspieler: seine Filmografie lang, sein Gesicht besonders – eben ein Original. „Er sieht ein bisschen skurril aus“, sagt die Osterfeld-Geschäftsführerin Maria Ochs – und meint das im besten Sinne. Sonst würde sie ja nicht so schwärmen von ihm. Coversongs wird es geben, wenn Wöhler mit seiner Band auftritt. Aber eben auf ganz eigene Art. „Der fetzt über die Bühne; das ist eine richtige Rampensau.“

Ganz anders tickt da Rainald Grebe. „Der ist eigentlich sehr scheu“, sagt Ochs. Der Musikkabarettist hat schon alle Preise seines Metiers gewonnen, ist in viele Projekten involviert, und spielt sonst eigentlich nur in größeren Städten. „Das war schon ziemlich schwer ihn nach Pforzheim zu locken“, sagt Ochs. „Soweit ich weiß, war er auch noch nie hier.“ Am Donnerstag, 29. Juni, ist es so weit. Grebe wird nichts dabei haben als seinen Flügel – und seine humorvollen Lieder voller Hintersinn.

Eher für direkten Humor stehen zwei Urgesteine der Comedy-Szene, die im Osterfeld am Mittwoch, 17. Mai, zu erleben sind: Badesalz mit Gerd Knebel und Hendrik Nachtsheim. Die stehen seit 30 Jahren gemeinsam auf der Bühne – und sind dementsprechend eingespielt. Wohl dem, der ihren hessischen Dialekt versteht. So wie Ochs, die jahrelang in Bad Vilbel bei Frankfurt gewirkt hat – und damit etwas Rhein-Main-Kolorit in ihre alte Heimat Pforzheim mitbringt.