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250 Jahre Goldstadt Pforzheim

35 Musiker aus verschiedenen Ländern: das Orchester der Kulturen. Foto: Ketterl
Alle vereint: Beim großen Open-Air im Stadtgarten in diesem Sommer standen die Mitwirkenden des Goldstadtsongs gemeinsam auf der Bühne. Ketterl
07.07.2017

Der Goldstadtsong feiert eindrucksvolle Premiere im Stadtgarten

Auf diesen Moment haben alle gewartet. Der Goldstadtsong – seit Wochen vorbereitet und im Studio von Kai Portolano in Eutingen eingespielt. Doch live auf der Bühne vor großem Publikum – über 2000 Besucher sind an diesem lauen Donnerstagabend in den Stadtgarten gekommen – ist der Pop-Rock-Song nun zum ersten Mal zu hören.

Konzert im Stadtgarten mit Jay Alexander begeistert Besucher

Es ist 23 Uhr, das genussreiche Open-Air-Konzert „Sommer Sinfonie – Heimat für alle“ mit Star-Tenor Jay Alexander und dem fantastischen Orchester der Kulturen unter Leitung von Ausnahmearrangeur Adrian Werum (die PZ berichtete) geht seinem Ende entgegen. Doch der krönende Abschluss, der „musikalische Höhepunkt“, wie Jay Alexander sagt, fehlt noch. Die Erwartung an die „Hymne für die Stadt“ ist groß. Alle Sänger, die an der von der „Pforzheimer Zeitung“ unterstützten Produktion des Songs durch Stefan Kling und Paul Hoffer beteiligt waren, sind gekommen, stellen sich hinter dem Orchester ans Mikrofon. Nachdenklich erklingen die ersten Zeilen „Wir haben unsere Zelte hier aufgebaut, von Träumen getrieben auf die Welt geschaut“. Schon jetzt ist zu spüren, dass diesem Lied etwas Besonderes anhaftet, auch wenn der Text an diesem Abend – technisch bedingt – nur schwer zu verstehen ist. Vom Suchen und Finden ist die Rede, von Erinnerungen, Hoffnungen – und einer eindringlichen Liebeserklärung an die Stadt. Mit Herzblut singen Jay Alexander, Peter Freudenthaler, Sebastian Önder, Daniel Martinez, Ralf und Stefan Kling, Luis Vicario, Rouven Sadler, Jeremy Buck, Sonja Priehn und Franziska Tiedtke den Refrain, der echtes Ohrwurmpotenzial hat: „Du bist – so einzigartig ehrlich, für uns – der goldene Rahmen. Du bist – nach Hause kommen, das Leben, die Wiege – bedingungslos.“

Bildergalerie: Präsentation des Goldstadtsongs im Stadtpark

Vorne am Bühnenrand beeindruckt Hans Draskowitsch mit kraftvollen Saxofonklängen, Kai Portolano wirkt im Orchester an der Gitarre mit. Bevor alle gemeinsam in die Zugabe „Guten Abend, gut’ Nacht“ einstimmen, gibt es Beifallsstürme – zu Recht. Denn nicht nur der Goldstadtsong, der nun mit DVD-Vertrieb, Kinospot und vielem mehr beworben werden soll, hat das Publikum begeistert. Das internationale Orchester der Kulturen mit 35 Musikern aus der Türkei, Litauen, Persien oder dem Iran besticht mit großem Elan und Klangspektrum – und Sängern aus den eigenen Reihen.

Bildergalerie: Jay Alexander und das Orchester der Kulturen im Stadtgarten

Da ist zum einen Serkan Ates, der auf Türkisch und Deutsch das Versöhnungslied „Sonbahar“ singt. Es wurde 2013 geschrieben, als das Orchester mit dem Manfred-Rommel-Preis geehrt wurde. Die aus Peru stammende Musikerin Debora Vilchez – in der höchst lebendigen Trommelgruppe an der Cajon agierend – berührt mit dem spanischen, immer inniger werdenden Song „Entre Hierba“. Und der syrische Sänger Mohammed Habbal bewegt mit emotionalen, arabischen Gesängen wie „Hali Hali Hali“ oder „Mowteni“, der Nationalhymne im Irak. Markant dabei die typisch zitternde Stimme, die mal Ausdruck der Freude oder Trauer ist. Im Schluss-Terzett singen die drei über das Verlassen der Heimat und darüber, woanders Fuß zu fassen. „Man muss gar nicht immer die Worte verstehen“, sagt Jay Alexander, der auch mit Heimatliedern wie „Am Brunnen vor dem Tore“ oder der wiegenden Barcarole aus Neapel, „Santa Lucia“, zum Träumen anregt – und mit dem zarten Schubert-Lied „Im Abendrot“, bei dem Ruhe wie im Konzertsaal herrscht, bezaubert.