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Die Schauspieler haben ihre Gesichter hinter Masken versteckt. Molnar
Die Schauspieler haben ihre Gesichter hinter Masken versteckt. Molnar
30.03.2017

Der Körper sagt mehr als tausend Worte: Maskentheater der „Familie Flöz“ in Remchingen

Remchingen. Ein Theaterstück ohne ein einziges Wort? Die internationale „Familie Flöz“ zeigt, wie gut das funktioniert – auf witzige und anrührende Weise zugleich. Nur drei Schauspieler sind bei dem Stück „Teatro Delusio“ in der Kulturhalle Remchingen in Aktion.

Am Anfang ist ihr Gesicht noch kurz zu sehen, dann verbergen sie es hinter wechselnden Masken mit großen Nasen, schlüpfen in insgesamt 29 Rollen. Techniker, Ballerina, Opernsänger, Tänzer – alle tauchen auf. Und zwar hinter den Kulissen einer Bühne. Denn dort spielt sich die Geschichte über verborgene Träume, die Sehnsucht nach Anerkennung und die Suche nach dem Glück ab.

Alles andere als still

Ein Theater im Theater sozusagen, bei dem das Bühnengeschehen nur zu hören ist. Denn keinesfalls darf man sich die Inszenierung als stille Aufführung vorstellen. Musik und Geräusche gibt es permanent – von Händel, Puccini und Donizetti beispielsweise. Im Mittelpunkt stehen drei Bühnenarbeiter: Der ängstliche Bernd (Thomas van Ouwerkerk aus Holland), der heimlich ein Nagetier in einer Requisitenkiste hält und sich in eine Ballerina verliebt.

Der draufgängerische Bob (Andres Angulo aus Kolumbien), der mit seiner Fitness vor der Putzfrau protzt und mit Degen zum alles niedermetzelnden Musketier wird. Und der dicke Ivan (Johannes Stubenvoll aus Österreich), der als Chef der Hinterbühne zwar Kontrolle haben will, von den eitlen Künstlern aber alles abbekommt. Mit ausdrucksstarken Körperhaltungen und starren, aber überaus markanten Masken gelingt es den Schauspielern, die Charaktere glaubhaft darzustellen. Verblüffend ist, dass die gleiche Gesichtsmaske mal angriffslustig und im nächsten Moment todtraurig wirkt – dank der eingezogenen Schultern des Darstellers.

Als Zugabe rockt das Trio die Bühne als Band – und erhält tosenden Beifall. Anita Molnar