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Will aus der provozierenden Masse der Rapper herausstechen: PrinzD. Foto: Meyer
Will aus der provozierenden Masse der Rapper herausstechen: PrinzD. Foto: Meyer
06.12.2018

Der Nette unter den Rappern: Dennis Wolff alias PrinzD aus Engelsbrand für Preis nominiert

Engelsbrand. Dicke Autos, schöne Frauen, tonnenweise Goldschmuck: Es gibt nur wenige musikalische Genres, die Klischees derart feiern wie der Rap. Provokation gehört zur brettharten Fassade. Es wird geflucht, gemotzt, gezetert und immer schön draufgetreten. Dennis Wolff alias PrinzD will das alles nicht.

Der 24-Jährige aus Engelsbrand gibt lieber Einblicke in sein wahres Ich, das er gar als schüchtern bezeichnet. Er rappt von Dingen, die er selbst erlebt hat: die Geburt seiner Tochter, die Liebe zur Frau an seiner Seite. Genau damit will er aus der breitschultrigen Masse herausstechen. Auch vor einem Crossover mit der Schlagerwelt schreckt er nicht zurück. Das sei faszinierend, wie er bei Live-Auftritten bemerkt habe.

„Ich muss nicht auf die Straße und alles kaputt schlagen. So viel lügen kann ich nicht. Lieber ehrlich bleiben – auch wenn es sich manchmal kindisch anhört und es schwierig ist, bis die Leute verstehen, was man will“, ist seine Devise. Er wolle ein Statement dafür setzen, „dass du auch mit normalen Texten etwas aussagen und mit ein bisschen Hirn zum Erfolg kommen kannst“.

Einen hat er schon mal eingefahren: Am kommenden Samstag ist PrinzD nominiert beim Deutschen Rock- und Pop-Preis 2018 in der Sonderkategorie „Bestes Album / Beste Produktion Hip-Hop / Rap“. Es ist eine von insgesamt 127 Kategorien des Preises, den die Deutsche Popstiftung, der Deutsche Rock & Pop Musikerverband und die Fachzeitschrift „Musiker Magazin“ in Siegen zum 36. Mal an herausragende Nachwuchstalente verleihen.

Was PrinzD besonders freut: Einziges Kriterium beim Wettbewerb ist der künstlerische Anspruch. Zumal es in Pforzheim auch andere gute Rapper gebe. „Ich hätte nie gedacht, dass ich da mal hinkomme. Das ist für mich wie ein Lottogewinn“, sagt er ganz bescheiden. Und er will Kontakte knüpfen: Die Veranstalter erwarten mehr als 1000 Musiker und Branchenvertreter aus ganz Deutschland, um sich zu präsentieren und auszutauschen. Künstler wie Pur, Juli oder Yvonne Catterfeld haben den Angaben zufolge in der Vergangenheit erfolgreich teilgenommen.

Musik macht Dennis Wolff seit etwa zehn Jahren. Damals sei er „der größte Bushido-Fan der Welt“ gewesen. Der Aggro-Berlin-Rapper habe ihn dazu motiviert, sich selbst einen Song zu überlegen. Auf den Künstlernamen kam er, weil er ein verwöhntes Kind gewesen sei. „Da hieß es immer: Guck mal, der Prinz kommt.“

Angefangen hat er zu Hause mit Laptop und USB-Mikro. Derzeit richtet sich der gelernte Anlagenmechaniker ein Studio in Salmbach ein und feilt mithilfe seines Managements an seinem ersten Album. Bisher hat er nur einzelne Titel veröffentlicht, darunter einen Aufstiegssong für seinen Fußballclub, den 1. FC Engelsbrand. Der neueste soll Anfang 2019 erscheinen: „Tanz mit dem Teufel“. Dabei gehe es um das „komplette Leben“.

Wobei: „Die Musik ist ein Teufelsgeschäft. Das kann böse ausgehen.“ Sobald man bei einem Management unterschreibe, das für den Künstler entscheidet, starte der Teufelskreis. Auch er habe schon Jobs angenommen, zu denen er heute sagt: „Nie wieder!“