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Hier – auf dem ehemaligen Gelände der Pfanni-Fabrik – soll der neue Münchner Konzertsaal gebaut werden. Weitab vom Zentrum der Stadt.  Balk
Hier – auf dem ehemaligen Gelände der Pfanni-Fabrik – soll der neue Münchner Konzertsaal gebaut werden. Weitab vom Zentrum der Stadt. Balk
09.12.2015

Der Streit hat ein Ende: Münchner Konzertsaal kommt

München. Überall sind in den vergangenen Jahren für ein wachsendes Klassikpublikum neue Konzertsäle entstanden. Selbst im kleinen Blaibach im Bayerischen Wald wurde für kleines Geld ein Konzerthaus gebaut, das akustisch wie architektonisch Maßstäbe setzt. Aber München? Mit drei Spitzenorchestern – allesamt geleitet von Megastars am Pult (Kirill Petrenko, Waleri Gergijew und Mariss Jansons) – ist die Stadt eine der wichtigsten Musikstädte weltweit.

Doch mit dem – zu kleinen – Herkulessaal in der Münchner Residenz und der – zu großen – Philharmonie im Gasteig-Kulturzentrum, die wegen ihrer Akustik immer wieder scharf kritisiert wird, fehlte bislang ein Saal von Weltniveau.

Das soll sich jetzt ändern: Gestern beschloss das bayerische Kabinett unter Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), einen neuen Konzertsaal zu bauen und setzte damit einen vorläufigen Schlusspunkt unter ein fast 15 Jahre langes Gezerre.

Entstehen soll der Saal auf einer Industriebrache am Ostbahnhof, bislang eine Partylocation. Das frühere Areal einer Knödelfabrik soll zu einem attraktiven Stadtteil mit Wohnungen, Hotels, Ateliers und Gastronomie entwickelt werden. Von einem „Kreativviertel“ spricht Bayerns Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU).

Das Gelände ist frei, schon erschlossen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Ein Grund für die Entscheidung sei „die zeitliche Verfügbarkeit mit einer möglichen Inbetriebnahme bis Ende 2021“, teilte die Staatskanzlei mit. Denn die Zeit drängt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sehr gerne noch im Laufe seiner bis 2018 dauernden Amtszeit den Grundstein legen würde.