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Wenn Felix Jaehn bei seinen zahlreichen Auftritten auflegt, kann er die Masse begeistern. Aber nicht nur das: Auch den us-amerikanischen CD-Markt hat er erobert. Foto: Weinhage

Der Überflieger: Felix Jaehn hat auch in Amerika einen Hit gelandet

Er lebt im beschaulichen Klützer Winkel im Landkreis Nordwestmecklenburg, und zwar bei seinen Eltern In diesem Sommer stand er erstmals auf Platz eins der amerikanischen Single-Charts: Der 20 Jahre alte DJ Felix Jaehn kann seinen Erfolg in den USA kaum fassen. „Unglaublich“, sagt er immer wieder. „Ich kann es noch gar nicht voll realisieren.“

Seit das Pop-Duo Milli Vanilli 1989 mit seinen – wie sich später herausstellte – nicht selbst gesungenen Hits gleich dreimal die Billboard-Charts anführte, konnte kein deutscher Künstler diesen Erfolg nachholen. Damals war Felix Jaehn noch nicht mal geboren.

Erst der Remix ist erfolgreich

Jaehns Nummer-Eins-Hit „Cheerleader“ geht dabei auf ein Lied des jamaikanischen Künstlers OMI aus dem Jahr 2012 zurück – der zur Zeit seiner Veröffentlichung kein großer Erfolg war. Trotzdem schickt die Plattenfirma Ultra Records Jaehn im Mai 2014 den „total unbekannten“ Song zu. Erst Jaehns Remix wird zum Erfolg. „Ich habe damals einfach gemacht“, erzählt er.

Mit „Cheerleader“ schafft er es in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Australien, Kanada und nun eben auch in den USA an die Spitze – und ist von einem One-Hit-Wonder weit entfernt.

Denn allein sein Remix von „Ain’t Nobody (Loves Me Better)“ mit Jasmine Thompson – mehr als 30 Jahre nach dem Original mit Chaka Khan – führt allein in Deutschland acht Wochen lang die Charts an und gilt als Sommerhit.

Schon mit 17 Jahren zog der gebürtige Hamburger nach London, wo er am Point Blank Music College eine Art Grundlagenkurs in Sachen Musikproduktion absolvierte. Nach einem abgebrochenen BWL-Studium in Berlin und einem Praktikum bei einem Musikunternehmen in Hamburg, wollte Jaehn es noch einmal mit einem dualen Studium probieren – gleichzeitig startete seine DJ-Karriere, die für ihn nun oberste Priorität hat.

Seine Songs verortet Jaehn selbst im Bereich des „Melodic House“, die „mit vielen echten Instrumenten“ eingespielt würden. Sommer, Sonne, gute Laune – alles, was positiv ist, spiegele sich in seiner Musik wider, sagt Jaehn. „Meine Musik ist für alle Generationen zugänglich: Sowohl meinem Großvater als auch meinem sechsjährigen Patenkind gefallen meine Lieder.“

Trotz seines enormen Erfolgs lebt der 20-Jährige wieder bei seinen Eltern in Mecklenburg-Vorpommern. „Zu Hause fühle ich mich tatsächlich an der Lübecker Bucht. Ich habe meine Schulfreunde, viele bekannte Gesichter um mich herum.“

Viel daheim ist Jaehn jedoch diesen Sommer nicht. Er ist europaweit auf Tour und tritt bei zahlreichen Festivals auf. Seine Heimat an der Ostsee ist für ihn „der perfekte Ausgleich“ zum stressigen Tour-Alltag. Zurzeit bereitet er auch sein erstes Album vor, auf dem in erster Linie eigene Songs sein sollen. Er hofft, dass diese Lieder „genauso durch die Decke gehen“ wie der Nummer-Eins-Hit „Cheerleader“.