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Blick zurück: Fritz Falk, Ursula Späth, Cornelia und Joachim Becker sowie Lothar Späth bei der Eröffnung der „Ornamenta 1“ am 30. September 1989. Foto: Ketterl
Blick zurück: Fritz Falk, Ursula Späth, Cornelia und Joachim Becker sowie Lothar Späth bei der Eröffnung der „Ornamenta 1“ am 30. September 1989. Foto: Ketterl
16.05.2019

Der Weg zu einer möglichen „Ornamenta 2“ ist vorgezeichnet

Pforzheim. Der Finanzrahmen muss sich im mehrstelligen Millionenbereich bewegen. Es ist der wohl letzte Anlauf, die viel diskutierte „Ornamenta“ in Pforzheim wieder aufleben zu lassen. Geplant sind nach dem Aufschub (die PZ berichtete) nun die Sommermonate 2024. Den Stand der Dinge erläutert Kulturamtsleiterin Angelika Drescher in Fragen und Antworten.

Warum wurde der Termin nach hinten verschoben?

Eigentlich war 2022 für das Format vorgesehen. Da der Gemeinderat im Dezember vergangenen Jahres aber keinen Beschluss gefasst hat, ist der Termin auf 2024 verschoben worden. „Wir brauchen unbedingt vier Jahre Vorbereitungszeit“, sagt Drescher, „und das ist schon sportlich.“

Wie ist der Zeitplan für die kommenden Monate?

Es sind eine ganze Reihe von Informationsveranstaltungen und -treffen geplant. Unter anderem mit dem Kulturrat, den Schmuckschaffenden, den Ortschaftsräten der Stadtteile, bürgerschaftlichen Vereinigungen, Kulturschaffenden und vielen mehr. Richtig ernst wird es dann im Dezember: Nach der Berichterstattung im Kulturausschuss am 15. Oktober, wird die „Ornamenta“-Beilage am 3. Dezember im Kulturausschuss, am 10. Dezember im Hauptausschuss und am 17. Dezember im Gemeinderat vorgestellt, der dann einen – möglichst positiven – Beschluss fällen sollte.

Welches Team arbeitet zur Zeit an der „Ornamenta 2“?

Es gibt die Projektgruppe, zu der die Professoren Michael Throm und Thomas Hensel von der Hochschule, Wirtschaftsförderer Oliver Reitz, Mitglieder des Jugendgemeinderats und des Internationalen Bunds sowie nach Bedarf IHK-Geschäftsführer Martin Keppler und Goldschmiedeschulleiter Michael Kiefer gehören. Der Lenkungsgruppe gehören OB Peter Boch, Kulturbürgermeisterin Sibylle Schüssler, Hochschulrektor Ulrich Jautz und Mitglieder der Familie Wellendorff (bislang vertreten durch Eva Wellendorff) an. Zudem ist das Kulturamt in beiden Gremien vertreten. Projektleiterin ist Angelika Drescher.

Womit beschäftigen sich die beiden Gruppen?

„Es geht darum, Visionen zu entwickeln“, sagt die Kulturamtsleiterin. Zudem werde eine Betriebsstruktur erstellt, die sich unter anderem um die Rechtsform der „Ornamenta 2“ kümmert. Und es soll ein Kommunikationskonzept erstellt werden. Wichtigstes Ziel ist jedoch, den Mehrwert für die Stadt klar zu definieren.

Was ist aus dem bisherigen „Ornamenta“-Team geworden?

Der Vertrag mit Gerhard Baral, der sich federführend um die „Ornamenta 2“ kümmern sollte, ist beendet. Alexander Weber, ehemaliger Enzkreis-Kulturamtsleiter, beschäftigt sich gerade mit der Organisation des Schlosspark-Open. „Danach wird er sich in die ,Ornamenta’-Planung einklinken“, sagt Drescher. Monika Heinzmann, die jetzt im Kulturamt arbeitet, wird ihn unterstützen.

Gibt es schon eine Person, die in den kommenden Monaten das Gesicht der „Ornamenta 2“ ist?

„Bei der Suche nach einer geeigneten Persönlichkeit befinden wir uns gerade in der heißen Phase“, schildert die Kulturamtsleiterin. Mit verschiedenen Personen, unter anderem Professor Hensel, seien Gespräche geführt worden. Dieser begleitende Berater soll vorerst für ein halbes Jahr verpflichtet werden. „Es ist aber auch vorstellbar, dass er das Projekt weiter betreuen wird.“

Wie gestaltet sich der Finanzrahmen?

Nichts Genaues weiß man nicht. Vergleichbare Festivals in anderen Städten würden jedoch über einen Etat von sechs bis sieben Millionen verfügen. In der noch von Gerhard Baral erstellten Konzeption war die Summe von 2,5 Millionen Euro veranschlagt, die dann jedoch in den Haushaltsberatungen auf 500 000 Euro heruntergeschraubt wurde. „Damit können wir keine ,Ornamenta’ umsetzen“, sagt Drescher. Eine große Sonderausstellung im Schmuckmuseum koste allein schon rund 450 000 Euro.

Gibt es schon ein Logo oder ein neues Erscheinungsbild?

Das Logo der „Ornamenta 1“ aus dem Jahr, die Spirale, soll weiterhin verwendet werden. Die Lehrbeauftragten Franziska Strantz und Jule Schäfer erstellen gerade mit den Designstudenten einen neuen grafischen Auftritt. Der soll Ende Juni präsentiert werden.

An welchen Orten könnte die „Ornamenta 2“ stattfinden?

Natürlich an ganz vielen Orten in der Stadt, aber sicherlich im Schmuckmuseum als Schwerpunkt. Außerdem gibt noch das zentral gelegene Gebäude der Firma Victor Rehm, mit dem die Stadt seit vielen Jahren liebäugelt. Aber das ist Zukunftsmusik.

Gibt es schon Ideen für die Inhalte einer „Ornamenta 2“?

„Ganz sicher wird es kein Stadtfest“, sagt Drescher. Es gehe auch nicht um eine Ausstellung, sondern vielmehr darum, mit dem zu punkten, was Pforzheim einzigartig mache. Da steht natürlich das Thema Design ganz weit vorne. „Wir müssen einen Blick in die Zukunft verwerfen“, betont die Kulturamtsleiterin. Zudem ist die Nachhaltigkeit ein zentraler Gedanke. „Wir müssen eine Marke entwickeln – und die muss gut sein.“ Dazu gehöre natürlich auch, dass künftig in fünfjährigem Turnus eine „Ornamenta“ stattfinden sollte.

Wie sind die Chancen für die Realisierung?

Das ist Kaffeesatzleserei. Aber Angelika Drescher hofft auf den neuen Gemeinderat, „der sich zu Beginn der neuen Periode hoffentlich für das Projekt entscheiden wird“.