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Romy Kaiser und Koffi Ayite arbeiten am Bau eines 3-D-Druckers.
Romy Kaiser und Koffi Ayite arbeiten am Bau eines 3-D-Druckers.
13.07.2017

Design Summit LowHighTech: Hochschule arbeitet mit afrikanischen Künstlern zusammen

Pforzheim.Dieser Gipfel ist ein höchst friedlicher. Einer, in dem Afrika auf Europa trifft. Wo die reichen Weißen von den armen Schwarzen lernen. Wie man auf afrikanische Art aus unter anderem deutschen Elektroschrott Sinnvolles baut – nämlich 3-D-Drucker. Erleben lässt sich das alles noch bis Sonntag beim Design Summit LowHighTech, bei dem gleich mehrere Ereignisse zusammentreffen: Zum einen wird im Innenhof der Hochschule eine Kuppel aus Elektro-Schrott gebaut – in alter afrikanischer Handwerkstechnik. Zum anderen arbeiten sieben Mitglieder des togolesischen WoeLabs mit elf Pforzheimer Studenten zusammen, bauen dreidimensionale Drucker und gestalten den Kunst-Schrott-Dom.

Alles, wie beim gemeinsamen Treffen dieses von der Bundeskulturstiftung geförderten Projekts im März in Lomé geplant.

Dazu gibt es an der Hochschule ein spezielles Programm. Gesten Abend hatte der Film „Tropenkoller“ des bekannten deutschen Videokünstlers Marcel Odenbach Premiere, der den Spuren deutscher Kolonial-Architektur in Togo folgt und einen Blick in die Gegenwart wirft – mit dem Besuch des WoeLabs. Der Film wird bis zum Ende der Designwoche am Sonntag durchgängig im Kino im Erdgeschoss des Mediencenters zu sehen sein.

„Die Zukunft des Designs liegt in Afrika“ ist die Überzeugung von Amelie Klein. Die Kuratorin am Vitra Design Museum in Weil am Rhein diskutierte gestern zum Thema „Demokratie durch Technologie“ unter anderem mit Marcel Odenbach und Koffi Sénamé Agbodjinou, dem Architekturvisionär und Gründer des WoeLabs. Beendet wird das Projekt vorläufig mit der Präsentation der Kunst-Kuppel auf der „re:publica“ in Berlin, der größten Konferenz der digitalen Gesellschaft in Europa. Doch es soll, so Projektbetreuer Robert Eikmeyer von der Hochschule, eingebunden werden in eine Zukunftsvision: „W.afate to Mars“. In Zusammenarbeit von WoeLab und FacLab-France sollen aus Computer-Schrott entstandene Maschinen zum Mars geschickt werden, um dort ein Lebensumfeld aufzubauen. Spannend!