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Ganit Goldstein 

„Designers in Residence“ im EMMA-Kreativzentrum: Jury hat Stipendiaten für 2018 festgelegt

Pforzheim. Aus den USA, Südafrika, Russland, China, Mexiko, Israel, Indonesien, Belgien und vielen weiteren Ländern sind die Bewerbungen für den vierten Jahrgang des Stipendiatenprogramms „Designers in Residence“ im EMMA-Kreativzentrum eingegangen.

Seit 2016 schreibt dies die Stadt Pforzheim in Kooperation mit der Hochschule Pforzheim und dem Design Center Baden-Württemberg aus. Mehr als 240 junge Designer aus 50 Ländern bewarben sich um einen der Stipendienplätze fürs kommende Jahr – Rekord!

Nun wählte die Jury – Schmuckdesignerin Mirjam Hiller, Industriedesigner Tim Storti und Modedesignerin Bettina Weiss – die neuen Stipendiaten aus: Der in China lebende Industriedesigner Sheng-Hung Lee, die Modedesignerin Ganit Goldstein aus Israel und die in Belgien lebende Schmuckdesignerin Dabin Lee werden von April bis Juni 2019 im EMMA an ihren Projekten arbeiten. In diesem Zeitraum erhalten die Designer eine kostenlose Unterkunft und finanzielle Förderung. Zudem können die Stipendiaten die Infrastruktur und die Angebote der Fakultät für Gestaltung der Hochschule Pforzheim nutzen. Im Anschluss werden die Ergebnisse der Arbeitsstipendien in einem Katalog dokumentiert und in Ausstellungen im Kreativzentrum sowie im Design Center Baden-Württemberg präsentiert.

„Das Stipendiatenprogramm hat sich in der internationalen Designszene herumgesprochen. Die außerordentlich hohe Bewerberzahl und die Vielfalt der Herkunftsländer zeigt die Relevanz dieses Formats und dessen nachhaltiger Verankerung in der Stadt“, sagt Almut Benkert, Fachbereichsleiterin Kreativwirtschaft bei der WSP. Es zahle sich aus, „dass wir das Projekt langfristig angelegt haben und Pforzheim nachhaltig als Designstandort positionieren können.“.

www.emma-pf.de

Ganit Goldstein, geboren 1992 in Israel, schloss 2018 ihr Mode- und Schmuckstudium in Jerusalem mit Schwerpunkt auf dem Einsatz von 3D-Druck zur Textilentwicklung für Mode und Schuhe ab. Sie nahm an diversen Ausstellungen teil und beschäftigt sich in ihren Kollektionen mit der Interaktion zwischen Körper, Kodierung und digitalen Medien. „An der Bewerbung hat mich besonders ihr Umgang mit filigranen 3D-Druck in Kombination mit gebräuchlichem Handwerk überzeugt“, erläutert Jurorin Bettina Weiss. Während des Stipendiums möchte Goldstein ihre Forschungen vertiefen und eine Kollektion aus Kleidung und Schuhen entwerfen.

Sheng-Hung Lee, geboren 1987 in Taiwan, ist Industriedesigner und Product Experience Designer. Er arbeitet bei der internationalen Designagentur Ideo und ist Professor in Shanghai. Seine Arbeiten wurden mit renommierten Preisen ausgezeichnet. „Die Jury hat sich für ihn entschieden, da er einen Design-Ansatz verfolgt, der den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Er sieht die Rolle des Designers nicht als Problemlöser, sondern als aktiver Gestalter unserer Kultur“, sagt Juror Tim Storti. Dementsprechend möchte Lee erforschen, wie die Menschen in seinem Umfeld leben, denken und handeln und dies in dreidimensionale Objekte übersetzen, die eine für den Nutzer sinnvolle Funktion erfüllen.

Dabin Lee, geboren 1991 in Südkorea, lebt in Belgien, wo sie ihren Master in Schmuckdesign, Gold- und Silberschmiedekunst machte. Sie beschäftigt sich mit sozialen Problemen, für Lee ist Schmuck ein Medium für (politische) Statements. Jurorin Mirjam Hiller hat das Konzept überzeugt, „mit dem sie durch ihren Schmuck ihr Anliegen in die Öffentlichkeit bringen und etwas bewegen möchte. Ihre Broschen sind von irritierender Wirkung und stellen den direkten Bezug zum Körper in Frage.“ In Pforzheim möchte Lee sich mit dem Wert von Besitztümern und Umweltverschmutzung durch gedankenlosen Umgang mit Produkten beschäftigen.