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Die Sängerinnen Adele und Jennifer Lopez (von links) konnten nicht nur in Deutschland Spitzenpositionen in den Hitparaden verbuchen. Eine kleine Sensation dagegen ist das Comeback von Altstar Udo Lindenberg, der in den Albumcharts Platz zwei belegte. © dpa
03.01.2012

Deutsche Album-Hitparade: Udo Lindenberg überrascht

Latina-Queen Jennifer Lopez hat nicht nur eine optisch beeindruckende Rückseite, sie hat auch akustisch einiges zu bieten. Mit ihrer Tanznummer «On The Floor» hat sie in Deutschland den Hit des Jahres 2011 gelandet. Der Song mit der eingängigen «Lambada»-Melodie und Rap-Einlagen von US-Hip-Hop-Star Pitbull war das erfolgreichste Lied in der deutschen Single-Hitparade. Deutsche Texte landeten in der Album-Hitliste weit vorne.

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Dem brünetten US-Star folgte in der Single-Hitparade eine Blondine aus Rumänien: Der Sommerhit «Mr. Saxobeat» von Alexandra Stan landete auf Platz zwei. Der erste männliche Interpret schafft es nur auf Rang drei: Der Hawaiianer Bruno Mars holt sich die Single-Bronzemedaille mit «Grenade». Ihm folgen auf Rang vier Adele mit «Rolling In The Deep» und DSDS-Sieger Pietro Lombardi mit «Call My Name».

Ob man 2012 die gleichen Namen so weit vorne in der vom Marktforschungsunternehmen Media Control erstellten Hitparade wiederfinden wird, darf zumindest bei Alexandra Stan und Pietro Lombardi bezweifelt werden. Sommerhit-Stars haben es nämlich so an sich, dass sie selten einmal einen zweiten großen Hit landen, und nicht jedes DSDS-Sternchen glüht nach einem Jahr noch hell am Musik-Firmament. Überhaupt haben es Interpreten aus Deutschland relativ schwer, in den Single-Charts ganz weit nach vorne zu kommen.

Bei den Alben sieht das Bild ganz anders aus. Hier geht es weniger um One-Hit-Wonder, sondern um musikalische Konzepte. Das erfolgreichste Album in Deutschland lieferte die 23-jährige Britin Adele mit ihrem zweiten Album «21» ab. Gleich dahinter liegen zwei deutsche Pop-Rock-Legenden: Udo Lindenberg mit «MTV Unplugged - Live aus dem Hotel Atlantic» und Herbert Grönemeyer mit «Schiffsverkehr».

Für Lindenberg ist das ein vielleicht in dieser Form nicht so erwartetes Comeback, denn der Mann mit dem Hut und der oft schwer zu verstehenden Stimme war zwar immer in den Medien präsent, aber musikalisch schon lange nicht mehr mit neuen Hits in den Charts vertreten. Ganz anders sieht es bei Bruno Mars aus. Der war bis 2011 weitgehend unbekannt. Sein Album «Doo-Wops & Hooligans» liegt in der deutschen Hitparade auf Rang vier.

Dahinter erklingt es dann schon wieder deutsch: «Große Freiheit» von Unheilig landete 2011 auf Platz fünf. Unheilig hat das Zeug, auch in den kommenden Jahren auf sich aufmerksam zu machen. Spätestens im Januar 2013 wird man wissen, wer in diesem Jahr die Spitze der deutschen Hitparaden erklimmen wird. dpa/tok