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Als Trapper Hugh Glass schlägt sich Leonardo DiCaprio im Film „The Revenant – Der Rückkehrer“ durch die Wildnis.  20th Century Fox
Als Trapper Hugh Glass schlägt sich Leonardo DiCaprio im Film „The Revenant – Der Rückkehrer“ durch die Wildnis. 20th Century Fox
25.02.2016

DiCaprio hofft auf einen Oscar im sechsten Anlauf

Mit wem wird Leonardo DiCaprio am Sonntag über den roten Teppich laufen? Tritt der 41-jährige Oscar-Anwärter mit seiner deutschen Mutter Irmelin ins Rampenlicht? Bringt er seinen Vater George mit, wie zuletzt bei der Golden-Globes-Gala im Januar? Oder schmückt sich der unverheiratete Star mit einer seiner schönen Ex-Freundinnen, zu denen auch die Hamburgerin Toni Garrn (23) zählt? Immerhin scheint festzustehen, dass der Schauspieler am Ende der Oscar-Nacht einen Goldjungen mit nach Hause nehmen wird.

Die härtesten Dreharbeiten

Das ist zumindest die Prognose in Hollywood, nachdem DiCaprio in dieser Preis-Saison praktisch jede Trophäe als bester Hauptdarsteller abgeräumt hat. „Die härtesten Dreharbeiten seines Lebens“, wie der Star betont, könnten nun seine lange Durststrecke bei den Oscars beenden. In dem Survival-Thriller „The Revenant – Der Rückkehrer“ muss DiCaprio nicht viel sagen, aber umso mehr ertragen. Er spielt den Pelztierjäger Hugh Glass Anfang des 19. Jahrhunderts, von einem Bären halb tot gebissen, von seinen Kumpels in der Wildnis zurückgelassen, der sich durch eisige Flüsse und verschneite Berge schlägt.

Zerschunden, mit wildem Bart und zerfetzter Kleidung – was für ein Gegensatz zu DiCaprios aalglattem und überheblichem Finanzjongleur, den er in „The Wolf of Wall Street“ mimte. Dieser Film unter der Regie von Martin Scorsese hatte dem Star 2014 zwei Oscar-Nominierungen als Hauptdarsteller und Produzent eingebracht. Doch am Ende triumphierte sein Kollege Matthew McConaughey, der in „Dallas Buyers Club“ einen Aidskranken spielte.

Seit über 20 Jahren wartet Leo auf den Oscar. Die erste der jetzt sechs Nominierungen holte er als 19-Jähriger mit seiner Nebenrolle als geistig behinderter Junge in dem Familiendrama „Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa“ (1994). Die nächste Chance kam mit dem Scorsese-Film „Aviator“ (2005), in dem DiCaprio als exzentrischer Millionär und Flugpionier Howard Hughes glänzte. 2007 überzeugte er die Oscar-Wähler als Diamanten-Schmuggler in dem Thriller „Blood Diamond“, doch in der Oscar-Nacht war er immer der Verlierer. Schon als Teenager wollte er Schauspieler werden. Kein einfaches Unterfangen für einen Jungen früh geschiedener Eltern, der in ärmlichen Verhältnissen groß wird. Er verdanke es vor allem seiner Mutter, sagte Einzelkind Leo in einer rührenden Ansprache Mitte Februar bei der Vergabe der Bafta-Preise in London. „Ich bin in einer sehr rauen Nachbarschaft im Osten von Los Angeles aufgewachsen. Diese Frau hat mich drei Stunden am Tag zu einer anderen Schule gefahren, um mir eine andere Möglichkeit zu bieten“, erklärte der Hollywood-Star und schickte noch ein „Ich liebe dich sehr“ hinterher.

Mutter aus Nordrhein-Westfalen

Mutter Irmelin war in den 1950er-Jahren aus ihrer Heimat Oer-Erkenschwick in Nordrhein-Westfalen in die USA gezogen. Die Ehe mit dem italienisch-stämmigen George DiCaprio ging schnell in die Brüche, doch beiden Eltern schreibt der Sohn seinen Erfolg zu. Mit 14 Jahren, als er Werbung für Matchbox-Autos und Kaugummis machte, habe sein Vater ihm einen Film mit Robert De Niro gezeigt und gesagt: „Sohn, schau dir das genau an, das ist großartiges Schauspielen.“