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16.02.2016

Die Filme im Berlinale-Wettbewerb: Top oder Flop

Berlin. Bei der 66. Berlinale konkurrieren 18 Filme um den Goldenen Bären.

Hier ein Überblick:

„Midnight Special“ von Jeff Nichols (USA): Hollywoodstar Kirsten Dunst als Mutter eines mit übersinnlichen Kräften ausgestatteten achtjährigen Jungen. PRO: Interessanter Versuch, ein Familiendrama als Science-Fiction-Story zu erzählen. CONTRA: Zu viele Rätsel bleiben ungelöst.

„Fuocoammare“ (Feuer auf See) von Gianfranco Rosi (Italien): Dokumentation über den Alltag auf der Insel Lampedusa, die Ziel Hunderttausender Bootsflüchtlinge ist. PRO: Mit Mut zur Radikalität blickt der Film auf das Flüchtlingselend. CONTRA: Für einen Dokumentarfilm wirken manche Szenen aus dem Alltag der Inselbewohner etwas inszeniert.

„L’avenir“ (Die Zukunft) von Mia Hansen-Løve (Frankreich): Isabelle Huppert als Philosophiedozentin, deren privates Leben von einer Katastrophe in die nächste schlittert. PRO: Porträt einer Frau, die alles mit kühlem Intellekt meistern will. CONTRA: Zu harmlos und beiläufig erzählt.

„Cartas da guerra“ (Briefe aus dem Krieg) von Ivo M. Ferreira (Portugal): Filmische Adaption der Briefe von António Lobo Antunes über seine Zeit als portugiesischer Kolonialsoldat in Angola in den 1970er-Jahren. PRO: Künstlerisch originell reflektiert der Film, wie Krieg die Seelen der Menschen zerstört. CONTRA: Die sehr stilisierte Bildsprache und der artifizielle Umgang mit der Sprache dürfte dieses Werk zum Film für ein Nischen-Publikum machen.

„24 Wochen“ von Anne Zohra Berrached (Deutschland): Julia Jentsch als schwangere Kabarettistin, die ein Kind mit Down-Syndrom und Herzfehler erwartet und über eine Abtreibung nachdenkt. PRO: Der Film plädiert auf mutige Weise für die Entscheidungsfreiheit der Frau. CONTRA: Die Hauptfigur wirkt teils recht hölzern und am Schluss wird dem Publikum mit einem überdeutlichen Finale das Nachdenken abgenommen.

„Quand on a 17 ans“ (Mit 17) von André Téchiné (Frankreich): Ein 17-Jähriger erlebt die erste Liebe mit einem Klassenkameraden. PRO: Feinfühlig erzählte Coming-Out-Story mit hervorragenden Darstellern. CONTRA: Über diesen sensiblen Film des französischen Regie-Altmeisters lässt sich nichts Negatives sagen.