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24.09.2015

Die Folkband Väsen weiht den neuen Prisma-Spielort im Gasometer ein

Pforzheim. Es ist eine Premiere nach Maß, die der Folkclub Prisma am Dienstagabend in seinem laut Flyer „neuen Vereinslokal“, dem Pforzheimer Gasometer 360°, beim Auftakt der neuen Herbst-Winter-Konzertsaison erlebt. Zum Konzert von Väsen, Schwedens Folkband Nummer eins, kommen so viele Besucher, dass am Ende in der kleinen Konzertarena – dem Auditorium, in dem sonst Filme über den Künstler Yadegar Asisi gezeigt werden – gedrängte Enge herrscht.

Und das Kommen hat sich für die Konzertbesucher wahrlich gelohnt.

Unterhaltsamer Abend

Die drei Musiker Olav Johansson (Nyckelharpa), Mikael Marin (Bratsche) und Roger Tallroth, der aus seiner zwölf-saitigen Gitarre allerlei wunderbare Klänge zaubert, bescheren den mehr als 80 Folk-Liebhabern einen ebenso hochkarätigen wie unterhaltsamen Abend.

Die Instrumentalmusik, die Väsen beim Konzert im Gepäck hat, reicht von der Gegenwart bis Jahrhunderte in die Vergangenheit zurück. Spannend: Manch Zuhörer hätte vermutlich das eine oder andere Stück aus längst vergangenen Tagen im Heute verortet, eine Reihe von Eigenkompositionen der drei Musiker Tallroth, Marin und Johansson indes hätte sicher auch schon vor Jahrhunderten begeistert.

Polskas und Walzer erklingen an diesem Abend, wie Eklundapolska Nummer drei von Leonard Larsson, Johans Vals aus der Feder Roger Tallroths, der wie seine Kollegen überhaupt ein aktiver Komponist zu sein scheint, wie die an diesem Abend gespielten Eigenkompositionen (Träbens-Jonke von Mikael Marin, Fanny und Magnus von Roger Tallroth oder Johans Vals von Olav Johansson) eindrucksvoll belegen.

Mal sind es zarte Klänge, die durch die Lüfte schweben und die Zuhörer betören, mal sorgen dynamische Songstrukturen dafür, dass die Köpfe wackeln und die Füße sich munter im Takt der Stücke bewegen.

Ungewöhnliche Klänge

Schön an dem Konzertabend, bei dem mit Josefin’s Vals bei der ersten Zugabe ein echter Folkgassenhauer erklingt, ist nicht nur das harmonische und stets mitreißende Zusammenspiel der drei Instrumentalisten. Auch dass Tallroth, Johansson und Marin vor allem gegen Ende des Programms mit viel Humor auch manch ungewöhnliche Klänge aus ihren Instrumenten hervorzaubern, gefällt dem Publikum.

Dies wird anhand des tosenden Beifalls deutlich, mit dem die Schweden aus Pforzheim verabschiedet werden. Ralf Recklies