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Werke von Beethoven und Schubert spielt das Quartett(o) freiburg beim Konzert im Kurhaus Schömberg.  Molnar
Werke von Beethoven und Schubert spielt das Quartett(o) freiburg beim Konzert im Kurhaus Schömberg. Molnar
02.05.2016

Die Gegensätze ausgelotet: Klaviertrios mit Hammerflügel

Für die Fortsetzung der Kammermusikreihe „Beethoven plus“ hat sich der Verein „Musik auf der Höhe“ etwas Besonderes einfallen lassen: Zwei Klaviertrios zweier Meister werden im Kurhaus Schömberg gegenübergestellt – Beethovens frühes Trio

G-Dur, op. 1 Nr. 2 und Schuberts spätes Trio B-Dur, op. 99 D 898. Doch nicht nur das: Die erstmals in dieser Besetzung auftretenden „Quartett(o) freiburg“-Mitglieder Gerd-Uwe Klein (Violine) und Guido Larisch (Violoncello) musizieren mit Tobias Schabenberger (Klavier) auf historischen Instrumenten. Neben dem dunkel lackierten Cello von 1754 sticht vor allem der Hammerflügel von 1813 mit seiner edlen Kirschbaumoptik und dem Holzstich dreier römischer Paläste oberhalb der Tastatur ins Auge. Die Besonderheit: Neben kleinen Hämmern verfügt der Flügel über sechs Pedale, mit denen verschiedene Klangeffekte möglich sind. Der Pianist macht jedoch kaum davon Gebrauch.

Bei Beethoven, der die drei Instrumente gleichberechtigt behandelte und die Gattung weiterentwickelte, kommen vor allem die dynamischen Gegensätze gut zum Ausdruck. Wenn auch das Spiel auf Darmsaiten zuweilen ein Risiko für die Tonreinheit darstellt, so treten Geiger und Cellist bereits im umfangreichen Kopfsatz in reizvolle, teils energische Dialoge. Ein Höchstmaß an Ausdruckskraft wird im langsamen Satz erreicht, der druckvolle Crescendi enthält und mit immer schlankerem Ton ausläuft. Zackig-heiter dagegen das Scherzo, das nochmals als Zugabe, dann aber unter dem Eindruck von Schubert noch aufbrausender erklingt.

Dessen dramatisch-lyrisches, bereits romantisch gefärbtes Trio beginnt energiegeladen; betont werden Zäsuren und Steigerungen. Bemerkenswert ist die leise Passage, wo der Pianist den Flügelklang glasklar in Vordergrund bringt und die Streicher dazu dezent schlagen und zupfen. Mit vielen klangfarblichen Details ausgestattet ist der Schlusssatz, den das Trio virtuos umsetzt.