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18.04.2010

Die Goldstadt glänzt bei Pforzheimer Kulturnacht

PFORZHEIM. Nach dem großen Erfolg der ersten Pforzheimer Kulturnacht ging die Veranstaltung nun in die zweite Runde. Am Samstagabend luden ganze 37 Museen, Bühnen und Galerien interessierte Besucher zu einem Blick hinter die Kulissen ein. Und die Stadt bewies wieder einmal: Was Kultur betrifft, braucht Pforzheim den Vergleich mit anderen Großstädten nicht zu scheuen.

Bildergalerie: Impressionen von der Pforzheimer Kulturnacht - Teil 1

Bildergalerie: Impressionen von der Pforzheimer Kulturnacht - Teil 2

Schon von weitem bot sich ein bezaubernder Anblick: Das von seiner klaren, kühlen Architektur bestimmte Schmuckmuseum schien in einen funkelnden Tempel verwandelt zu sein: 100 Feuerschalen standen auf Wegen, Podesten und auf dem Dach, davor wirbelten sechs Tänzer mit Fackeln und Feuerrädern über die Eingangs-Plattform. Das Thema Feuer, Grundlage für die Schmuckherstellung und faszinierendes Element gleichermaßen, zog sich durchs ganze Reuchlinhaus: Überall waren über Lautsprecher Feuergeräusche zu hören und im Innenhof präsentieren Studenten im Rahmen von „Live-Ashantis“ die Kunst der traditionellen ghanaischen Gusstechnik.

Bildergalerie: Impressionen von der Pforzheimer Kulturnacht - Teil 3

Szenenwechsel: Menschenmengen schwappten ins Kulturhaus Osterfeld und schwärmten in seine vier Etagen aus. Hier hatte man einen spritzigen Cocktail aus Kleinkunst, Musik, Tanz und Theater gemixt: Ob fetzige Klänge der Bands „TriBand“ oder „Nightfly“, ob rasante türkische Volkstänze zu temperamentvollen Klängen, schrille Begegnungen mit der witzigen „Fahrstuhlpoetik“ oder Szenen aus der neuen Eigenproduktion des Amateurtheaters „Bernarda Albas Haus“ – alleine hier hätte man die ganze Nacht verbringen können.

Szenenwechsel: Ab 23 Uhr hieß es im Stadttheater nochmals im Großen Haus sowie im Podium „Vorhang auf!“ für Ausschnitte aus den aktuellen Produktionen. Und wer einmal wissen wollte, wie es hinter der Bühne so aussieht, konnte sich bei einer Führung in Montageraum, Malersaal und Maske umsehen.

Wie bereits bei der ersten Pforzheimer Kulturnacht im Jahre 2008 beeindruckte auch diesmal die kaum überschaubare Auswahl an kulturellen Highlights. Selbst unter Zuhilfenahme der vier Linien des gut funktionierenden Busshuttles quer durch die Stadt war nur ein Streiflicht auf das kulturelle Feuerwerk möglich. So berichteten auch die meisten der befragten Besucher, man habe sich nur drei, vier Highlights ausgesucht und genieße diese in aller Ruhe. Nicht selten wurde die Kulturnacht auch dazu genutzt, endlich einmal ein Museum oder eine Sammlung zu besuchen, in die man es bisher noch nicht geschafft habe.

Ob Landratsamt des Enzkreises, Museum Johannes Reuchlin, Kommunales Kino, Konsumat oder Edelsteinsammlung Schütt, erfreulich war die nette Atmosphäre, mit der die interessierten Besucher trotz der späten Stunde noch überall empfangen wurde. Das sehr gut gemischte Publikum vom Grundschulkind bis zum Nachtschwärmer „Ü 60“ bewies, dass Pforzheim und sein großes Umland sehr wohl als Kulturstadt wahrgenommen wird. Und das riesige, qualitativ hochwertige Angebot hat das in dieser Nacht wieder einmal mehr als betätigt.