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Raffinierte Bläsersätze, großartiges Zusammenspiel: Die Heavytones zeigen, was sie alles können.  © Pfäfflin
14.11.2016

Die Heavytones begeistern im Kulturhause Osterfeld

Pforzheim. Titel sind Schall und Rauch. Zumindest für die Heavytones. Ob die Songs nun „Piff Paff Puff“, „Chunky Monkey“, „Scandy Scandy“ oder „Stackenblacken“ heißen ist letztlich völlig schnuppe. Alles was zählt, ist die Art wie die Ex-Stefan-Raab-Band ihre Eigenkompositionen interpretiert.

Und die ist mitreißend. Denn hier sind acht absolute Könner am Werk, acht Solisten, die das jahrelange Zusammenspiel in der „TV Total“-Show zu einem Ensemble zusammengeschweißt hat, das sich musikalisch blind versteht. Und das eine Exaktheit aufweist, die Staunen und genussvoll Hören macht. Da kommen Einsätze angeflogen wie Kanonenkugeln, da spielt die Formation so tight, so kraftvoll, dynamisch und selbst bei vertracktesten Rhythmuswechseln so taktsicher, dass es nur so drückt und groovt.

Funkig, rockig, jazzig – die Heavytones haben viel mehr drauf, als sie bei Raab je zeigen durften. Da schmettert eine Marsch-Fanfare durch den Malersaal des Kulturhauses Osterfeld, um in einer lustvollen Dissonanz zu enden. Da lässt ein Trompetensolo von Rüdiger Baldauf Traumwelten entstehen, Thorsten Skringer hält es bei seinen Saxophon-Soli kaum auf dem Boden, und Professor Simon Harrer entlockt seiner Posaune Töne von einzigartiger Präzision. Bandleader Wolfgang Norman Dalheimer steuert spacige Keyboard-Sounds bei, Alfonso Garrido lässt es in seiner Percussion-Batterie nur so knattern und krachen. Und Hanno Buschs Gitarre singt beim einzigen Cover-Titel des Konzerts „Heaven“ so schön, dass man die Stimme von Emeli Sandé keine Sekunde vermisst. Bandgründer Herb Jösch sorgt am Schlagzeug für unwiderstehlichen Drive und einen Rhythmus, der zum Tanzen, zum Mitklatschen animiert. „Songs That Didn’t Make It To The Show“ haben die Heavytones ihre CD und ihre Tour überschrieben: Wie gut, dass es diese Songs nicht in die Dauerbrenner-Show geschafft haben, denn so sind sie unverbraucht, neu – und einfach hinreißend. Ein zweistündiges Konzert, das das Publikum zum Toben bringt.