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Schauspieler Robert Besta (rechts) und Robert Eikmeyer von der Hochschule für Gestaltung. Foto: Seibel
Schauspieler Robert Besta (rechts) und Robert Eikmeyer von der Hochschule für Gestaltung. Foto: Seibel
14.04.2018

„Die Kamera lügt nicht“: Robert Besta über Empathie

Pforzheim. Die Schauspielerei ist kein ungefährlicher Job. Wer da nicht auf der Hut ist, seine Sinne nicht schärft, kann schnell hinterrücks Opfer eines Meuchelmords werden. Helfen könnte es, die eigene Wahrnehmung zu trainieren und sich gleichzeitig in sein Gegenüber zu versetzen. Dann hätte man vielleicht eine Chance, dem leise nahenden Liquidator ein Schnippchen zu schlagen. Eine spontane Demonstration mit Studenten auf der Bühne veranschaulicht das Ganze. Der, der diese These vor Publikum vertritt, heißt Robert Besta und ist von Beruf Schauspieler.

Nicht nur am Stadttheater Pforzheim, derzeit in „Der zerbrochne Krug“, sondern auch für TV-Produktionen aller Couleur. „Innovation durch Empathie“ ist das zweitägige Forum an der Hochschule überschrieben, zu dem der Künstler eingeladen wurde und der nun vor Studierenden, Dozenten und Interessierten von den engen Verbindungen der Schauspieler untereinander und zum Publikum berichtete.

Sich in den jeweils anderen hineinzuversetzen, darum geht es für einen Schauspieler, sei es das Gegenüber auf der Bühne oder vor der Kamera. Genauso wie das Publikum. Im besten Fall, so der 39-Jährige, entstehe eine Art Nabelschnurverbindung, ein direkter Draht für ein intensives Spiel und gleichzeitig einen engen Kontakt auf die Ränge. „Man muss sich immer wieder aufeinander einlassen, dann wird es auch richtig spannend auf der Bühne.“ Fähigkeiten, die in der Ausbildung – Besta hat an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch studiert – gelehrt wurden.

So viel ist klar, der Schauspieler-Job fordert besonderen Einsatz der eigenen Sinne und Bereitschaft, Empathie zu entwickeln und zu pflegen. Im Gespräch mit Robert Eikmeyer, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Kunst- und Designtheorie an der Hochschule, ging es noch um die Unterschiede zwischen der Arbeit auf der Theaterbühne und vor der Filmkamera. Während das Spiel im Theater immer etwas lauter, deutlicher und in der Gestik ausladender sei, um auch die hinteren Ränge zu erreichen, könne im Film subtiler gearbeitet werden. Aber: „Die Kamera lügt nicht“, weiß Robert Besta. Sie sei unerbittlich, auch was Fehler des Schauspielers angehe. „Sie bietet keine Schlupflöcher wie die Bühne.“