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Juna Tcherevatskaia begleitet Jay Alexander am Klavier.  molnar
Juna Tcherevatskaia begleitet Jay Alexander am Klavier. molnar
19.07.2016

Die Liebe in ihren schönsten Tönen - Serenadenkonzert mit Jay Alexander im Kurhaus Bad Liebenzell

Ohne die Frauen wären die Männer aufgeschmissen. Das gibt Jay Alexander bei seinem Serenadenkonzert in Bad Liebenzell unmissverständlich zu verstehen. Mal sind sie die Angebeteten, mal die Herzensbrecherinnen – aber stets „das Wertvollste“ auf dieser Welt. So besingt der Startenor schon beim Hereinkommen die „Schönste aller Frauen“ bei dem Operettenlied „Freunde, das Leben ist lebenswert“.

Vor allem im ersten Teil seines Konzertes, das am Ende alle von den Stühlen reißt, macht er süße Liebeserklärungen mit „Oh Mädchen, mein Mädchen, wie lieb ich dich“ oder „Dein ist mein ganzes Herz“ von Franz Lehár. Und wenn doch einmal die Liebe zerbricht, dann kommt er von der Bühne und tröstet mit einem beschwingt-energischen „Weine nicht, bricht eine schöne Frau Dir das Herz“ aus dem Musikfilm „Zauber der Bohème“ von 1937.

Beliebter Gast in Liebenzell

Jay Alexander schafft es immer wieder, ein großes Publikum zu begeistern. Erst im Dezember 2015 gab er ein ausverkauftes Konzert in der Sankt-Blasius-Kirche der Bäderstadt. 380 Zuschauer – darunter ein Fanclub und weitere Außengäste, denen der Sänger durch das offene Fenster zuruft – sitzen im Spiegelsaal des Kurhauses, summen leise mit bei der wiegenden Barcarole aus Jacques Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“.

Die in Taschkent geborene Pianistin Juna Tcherevatskaia begleitet den Sänger mit viel Gespür für die richtigen Töne.

Jay Alexander singt Lieder und Arien aus Film, Oper und Operette, die im Oktober auf der neuen CD „Schön ist die Welt“ herauskommen werden. Doch nicht nur das: Charmant wie immer führt er durch den Abend, erzählt über die großen Tenöre Mario Lanza, Joseph Schmidt und Richard Tauber – und über seine persönliche Initialzündung, Gesangsunterricht zu nehmen. „Ich erinnere mich noch, wie ich das Lied im Wohnzimmer meiner Mama vorgesungen habe“, erzählt er über den Tango „Ich küsse Ihre Hand, Madame“ von 1928. Mama war hin und weg, nickt auch jetzt zum Sohn auf der Bühne, der im zweiten Teil seinen schwarzen Anzug gegen einen weißen Blazer getauscht hat. Englische, italienische und französische Lieder stehen nun auf dem Programm, das bestens bekannte „La donna è mobile“ von Verdi zum Beispiel. Besonders schön gelingt dem Tenor das Stück „Plaisir d’amour“ mit seinen langen, weichen Silben. Am Flügel gelehnt, singt er dieses ohne jeglichen Prunk. So manche Melodie liegt den Zuhörern auf den Lippen. Und so lässt Jay sie mitsingen, geht ein zweites Mal nach unten in den Saal und stimmt Joseph Schmidts „Heut’ ist der schönste Tag in meinem Leben“ an.

Und auch bei der Zugabe, Leonard Cohens „Hallelujah“, fallen die Gäste als Chor mit ein – allen voran die Frauen. Ohne sie wäre auch Jay Alexander aufgeschmissen.