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13.07.2016

„Die Poetik des Lebens“ – Ausstellung von Indra Schelble

Pforzheim. Hübsch flattert das gezeichnete Elfchen über der dampfenden Kaffeekanne. Niedlich baumelt das Äffchen am Schwanz neben einer sanftfarbenen Kugel. Indra. stellt im Kunstverein aus – unter dem Titel „Transmogrified“.

Eine Wand voller Zeichnungen ist zu sehen, Gemälde mit Tusche und Kohle gibt es, helle Keramiken. Alles recht dekorativ, bevölkert von Schmetterlingen und Girlies mit Tütü. Vieles erinnert an anthroposophische Malerei mit ineinanderfließenden Farbflächen. Schraffur dominiert die Tier- und Pflanzen-Zeichnungen.

1977 in Heidelberg geboren, unterrichtet Indra Schelble unter anderem als Lehrbeauftragte für Zeichnen an der Hochschule Pforzheim. Die „Poetik des Lebens“ fange sie in ihren Bildern ein, sagt Kunstvereinsgeschäftsführerin Bettina Schönfelder. Und: Indra begreife das Bild zunehmend als Haiku. Die Künstlerin sieht ihre Werke stark von der japanischen Kultur beeinflusst und in der knappen dreizeiligen Form dieser berühmten Gedichte ein Vorbild für die minimalistische Dichte, die sie in ihren Werken anstrebt. Deshalb arbeitet sie auf nicht grundierter Leinwand, lässt Motten und Falter über die 180 mal 80 Zentimeter große Fläche schwirren, angereichert mit ein paar Farbtupfen. Ein durchaus stimmiges Bild, das die blonde Frau im dezent olivgrünen Mantelkleid und Stiefeletten da anbietet. Geschickt verbindet sie auch abstrakte und geometrische Flächen mit surrealen Anmutungen. Vieles ist zu sehen, das als Illustration zu einem Text geeignet ist, aber auch als Ausgangspunkt für eine eigene Kopfgeschichte dienen könnte. In der Galerie zum Hof zeigt Indra. an der Rückwand einen 30 Meter langen Vorhang – zusammengenäht aus unterschiedlichen, meist alten Stoffen. Zudem gibt es Skizzenbücher ihrer Studenten aus Pforzheim und Karlsruhe.