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Anina Gröger vor dem Atelier ihres Vaters im Häldenweg.  Foto: Moritz 
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Einer der zahlreichen Leuchter, die ihr Vater geschaffen hat.  Foto: Moritz 
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Sakrale Kunst, wie diese Pieta, gehörte zu den Schwerpunkten Rolf Grögers.  Foto: Moritz 
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Vor allem für seine Mosaike wurde Rolf Gröger sehr geschätzt.  Foto: Moritz 

Die Tausendsassain: Anina Gröger plant Schau zum 100. Geburtstag ihres Vaters

Pforzheim. Eigentlich ist Anina Gröger Malerin, Keramikerin, Glaskünstlerin, doch inzwischen hat die Organisatorin der höchst erfolgreichen „Offenen Ateliers“ immer mehr Aufgaben als Kuratorin übernommen. Was steht alles an?

Ausstellung Rolf Gröger

Derzeit steckt Anina Gröger mitten in der Vorbereitung einer für sie sehr wichtigen Ausstellung: Ihr Vater, der bekannte Keramik- und Mosaik-Künstler Rolf Gröger (1919-1986), wäre am 14. November 100 Jahre alt geworden. Und so bereitet sie gerade eine Ausstellung im ehemaligen Atelier des Künstlers am Häldenweg 2 aufwändig vor. Die Vernissage ist für Freitag, 5. Juli, 19 Uhr, geplant. Zu sehen sein werden unter anderem Keramiken wie große Bodenvasen, Skulpturen, Mosaik-Entwürfe für Kirchen und öffentliche Gebäude, Blumenfenster aus den 1950er-Jahren, Fotografien und vieles mehr. Zudem gibt es qualitätvolle Modelle unter anderem für die Ausstattung der Heiligkreuz-Kirche in Büchenbronn und die Krypta der Herz-Jesu-Kirche, die Modelle für die große Pforzheim-Wand, die sich über zwei Stockwerke im Rathaus erstreckt und für das schöne Mosaik, das einst den Rathausplatz schmückte. Anina Gröger will während der Ausstellungsdauer Spaziergänge durch die Stadt zu einigen der Arbeiten ihres Vaters im öffentlichen Raum anbieten, zum Beispiel zur Krypta in der Herz-Jesu-Kirche sowie zum Aluminiumfries am Gemeindehaus der Altstadtkirche. Bekannt sind auch die von ihm ausgeführten Arbeiten wie der Brunnen am Sedanplatz, der blaue Löwe an der Löwenapotheke, der Wagenlenker an der Jahnhalle und der Hermes im Zollamt. „Es gibt unglaublich viele Werke meines Vaters im Privatbereich, von denen mir viele gar nicht bekannt sind“, sagt sie. Und würde sich freuen, wenn sich die unbekannten Besitzer bei ihr melden würden (Telefon 0 15 1/11 63 68 11). Zudem plant die PZ einen Vortrag mit Claudia Baumbusch im PZ-Forum über die Künstlerfamilie Gröger.

Ausstellungen in der Galerie für Zeitgenössische Kunst Schloss Bauschlott und im Römermuseum Remchingen

Als Kuratorin ist Anina Gröger seit einiger Zeit für Jeff Klotz und dessen Ausstellungsräume in Bauschlott und Remchingen tätig. Rund 100 Besucher kamen zur Eröffnung der Gemeinschafts-Ausstellung mit Werken unter anderem von Volker W. Hamann, Ralf-Rainer Oldenwald, Amei Hoffmann, Peter Riek, Elly Weiblen, Uta Süße-Krause, die noch bis Mitte Juni in den Schlossräumen zu sehen ist. Als nächste große Ausstellung will Anina Gröger Zeichnungen von Professor Manfred Schmalriede zeigen, gefolgt von Arbeiten der Künstlerin Anja Klafki, die gerade von Kiel nach Heimsheim gezogen ist und mit einer Installation den Raum mit den großen Bogenfenstern bespielen will. Noch bis 9. Juni läuft die Schau mit Werken von Ilona Trimbacher im Café im Römermuseum in Remchingen. Ab 30. Juni wird dort Sandra Jost ausstellen.

Ausstellung „Wechselspiel“

Für das Kulturamt der Stadt Pforzheim organisiert Anina Gröger gerade die Neuauflage ihrer sehr erfolgreichen Ausstellung „Wechselspiel“, die von 6. bis 8. Oktober 2017 im VolksbankHaus fast 900 Besucher anlockte. Die Konzeption der Schau bleibt bestehen: Schmuckkünstler setzen sich mit Werken Bildender Künstler auseinander. Die neue Schau findet nun allerdings vom 20. Oktober bis 1. März 2020 in der Pforzheim Galerie statt. 14 ehemalige Bildende-Kunst-Stipendiaten der Stiftung zum Kleinen Markgräfler Hof in Basel von Rainer Bartels werden wieder auf knapp 50 internationale Schmuckschaffende treffen. Mit dabei sind unter anderem die Künstler Pascal Dombis aus Paris, Manfred Gopper aus Berlin, Karin Hochstatter aus Köln, Hanoi Perez aus Kuba sowie die Schmuckgestalter unter anderem von der Goldschmiedeschule und Hochschule Pforzheim sowie schwerpunktmäßig aus Paris und Barcelona. Hier laufen die Bewerbungen noch bis Ende Mai. Inzwischen hat Anina Gröger bereits über 40 Zusagen. „Der erste war Winfried Krüger“, schildert sie, „nachdem ich ihn heftig bekniet hatte“. Denn es ist vor allem der persönliche Kontakt und der Besuch bei den Bildenden und Schmuck-Künstlern, der diese große Bandbreite ermöglicht. Zudem ist das Rahmenprogramm schon in Planung, bei dem unter anderem der Maler Jean Willi aus seinem schriftstellerischen Werk lesen wird und Karin Hochstatter Künstlerfilme vorstellt.

Offene Ateliers

Am Samstag und Sonntag, 9. und 10. November, gibt es wieder die beliebten Offenen Ateliers, bei denen professionelle Künstler aus Pforzheim ihre Türen öffnen oder ungewöhnliche Räume in der Stadt bespielt werden. Auch in diesem Jahr sind wieder Gäste eingeladen, unter anderem aus Karlsruhe und Stuttgart, um wieder einen großen Besucherkreis anzulocken.

Eigene Projekte

Bei soviel Arbeit als Kuratorin bleibt immer weniger Zeit für die eigene Kunst. Anina Gröger ist allerdings weiterhin an Ausstellungen im Elsass beteiligt, eröffnet Ende Mai eine vom Kunstverein Rastatt kuratierte Ausstellung und zeigt ihre Kunst in der neuen Galerie von Valérie Cardi, Herausgeberin der französisch-deutschen Kulturzeitschrift „heptoscope“, in Barr. Nach den Offenen Ateliers will die Künstlerin in ihren Räumen an der Schwarzwaldstraße eine Schau mit dem Titel „Stöbern“ zeigen, bei der es alte und neue Arbeiten zu entdecken gibt. Und außerdem hänge sie sich gerade richtig rein, sagt, sie um eine Sektion Schmuck im Kulturrat ins Leben zu rufen. Na, wenn das nicht reicht …