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Berggreen- Merkel
Berggreen- Merkel
23.12.2015

Die magere Bilanz der Gurlitt-Taskforce

München. Am Anfang gab es hochfliegende Erwartungen. Die Taskforce zum Kunstfund von Sammler Cornelius Gurlitt, in dessen Münchner Wohnung über 1250 teils hochkarätige Kunstwerke beschlagnahmt worden waren, sollte ihre Arbeit 2015 „im Wesentlichen“ abgeschlossen haben. Kulturstaatsministerin Monika Grütters versprach die Rückgabe von NS-Raubkunst „ohne Wenn und Aber“.

Jetzt steht das internationale Expertengremium vor seiner Auflösung – und vor einem Debakel. Bei gerade mal bei fünf von rund 500 raubkunstverdächtigen Werken ließ sich klar Nazi-Unrecht nachweisen: nach zweijähriger Arbeit und 1,7 Millionen Euro Fördergeldern eine Aufklärungsquote von einem Prozent.

„Eine Blamage“

„Eine Blamage“, befinden Grüne und Linke. Und vor allem die Opfer sind enttäuscht. Die Taskforce habe die Aufklärung nicht genügend vorangetrieben und damit die Rückgabe von Raubkunst nicht zügig erledigt. Mitte Januar will die Taskforce offiziell ihren Abschlussbericht vorlegen. Zu jedem der 499 zweifelhaften Werke, seit Ende 2013 auf der Datenbank Lost Art (www.lostart.de) eingestellt, sollen die bis dahin gesicherten Ergebnisse zusammengefasst werden. Schon vor der Abschlussbilanz warnte Taskforce-Chefin Ingeborg Berggreen-Merkel vor allzu großen Hoffnungen. „Bei einer ganzen Reihe von Werken wird sich die Herkunft wegen fehlender Quellen wohl nicht mehr lückenlos klären lassen.“ Nada Weigelt