nach oben
„Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey“ von Otto Dix. Foto: KSNRW
„Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey“ von Otto Dix. Foto: KSNRW
11.07.2018

Die meistgemalte Frau ihrer Zeit: „Mutter Ey“ kehrt heim

Düsseldorf. Die füllige Kunsthändlerin trägt ein Diadem im Haar, ein lila Kleid und blickt starr durch eine dicke Brille. So hat Otto Dix „Mutter Ey“ gemalt, die als Kunsthändlerin im frühen 20. Jahrhundert die Kulturszene im Rheinland mitgeprägt hat. Nun bleibt das bekannte – bislang als Leihgabe zu sehende – Porträt dauerhaft in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen.

Mit finanzieller Unterstützung mehrerer Geldgeber hat das vom Land getragene Düsseldorfer Museum das Gemälde angekauft.

Ironisches Herrscherporträt

Johanna Ey sei „eine Institution der rheinischen Kunstszene“, und Dix habe ihr ein imponierendes Denkmal gesetzt, sagte Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. Dix malte sein „Bildnis der Kunsthändlerin Johanna Ey“ 1924 ironisch in der Tradition barocker Herrscherporträts. Ihre derbe Hand hat sie auf einer kleinen Säule abgelegt. Mit dem Verbleib in Düsseldorf kommt „Mutter Ey“ gewissermaßen nach Hause. Ihre Galerie befand sich einst auf dem Areal der Kunstsammlung. Die aus einfachen Verhältnissen stammende Frau hatte Anfang des 20. Jahrhunderts in der Nähe der Kunstakademie eine Backwarenhandlung. Sie nahm von Studenten Bilder in Zahlung, wurde als Seiteneinsteigerin zur Kunsthändlerin und zur meistgemalten Frau ihrer Zeit. Ey verkaufte auch Bilder von Dix, ihre Galerie wurde das Zentrum der Künstlervereinigung „Das Junge Rheinland“.